{"corpus":"steiner","locus":"GA 44/01_02/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"DER HÜTER DER SCHWELLE:  \nWenn dein Herz beschließen kann,  \nDiese Schwelle zu überschreiten,  \nSo mag es geschehen.  \nDoch wisse, daß du in diesem Reiche finden wirst,  \nWozu deines Lebens Früchte dir verhelfen.  \nDu kennst sie nicht  \nDie Kräfte, welche diese Früchte reifen ließen.  \nIch kann sie dir nicht enthüllen.  \nDenn nie vermag mein Geist zu schauen,  \nWas der Welten Fürsten in Menschenherzen pflanzen.  \nNie begehrte ich zu schauen  \nIn dieser Fürsten unheilvolle Werkstatt.  \nDoch seh ich an deinem Wesen,  \nIn das meine Blicke dringen können,  \nWas von deinem Lebensinhalt  \nAbfallen muß wie dürres Laub von Bäumen,  \nWenn du das Reich betreten willst,  \nDem ich zum Hüter bin bestimmt.  \nIch schau in deiner Seele,  \nWie sie ihr Selbst bewahren will.  \nHier wird dies Selbst in Nichts verschwinden,  \nUnd Glied nur darfst du sein  \nIn höherer Wesen Leben.  \nIm Erdenleben ward dir teuer  \nDer Spruch, dem man Wunderkraft verheißt,  \nErkenne dich selbst —.  \nHier leben Wesen nur  \nDie dienen andrem Selbst  \nUnd wirken aus andrem Denken.  \nDein Selbst erkenne ich als Wesen nur,  \nDas ich zertreten muß,  \nWenn es sich meinem Wesen naht.  \nUnd gelernt hast du  \nDurch vieler Erdenleben Lauf,  \nDen Blick zu richten  \nIn Reiche, die dem Blick begegnen  \nMit ihrem gleißnerischen Offenbarungsschein.  \nMir ist Pflicht, in Nebeldunst zu wandeln  \nAlles, was du je so sehen konntest,  \nUnd rückwärts nur darf  \nDeine Seele schauen  \nIn ihres Wesens Wurzelkräfte.  \nEs gab nie Zeiten,  \nWo Geister meinesgleichen Andres schauten.  \nWas dir je schön und groß gedäucht,  \nVerlassen mußt du es.  \nDies Flammenschwert  \nEs muß bei deinem Eintritt  \nDir aus der Erinnrung löschen,  \nWoraus du Freude oft getrunken,  \nWorin du in Seligkeiten schwelgtest.  \nUnd was am schwersten dir wird dünken:  \nEs wird kein Wechsel im Geschehen  \nDeiner Seele Lust entsprechen.  \nDer Ewigkeiten wandelloses Sein  \nWird, geburt- und todentblößt,  \nIn gleicher Art dir stets vor Augen stehn.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vorentwürfe: Nicht in das Drama aufgenommenes Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":303,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/01_02/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/44/01_02/p017","paragraph_aligned":true}],"unit_kind":{"kind":"second_piece_same_name","base_unit":"GA 44/01","note":"Another piece with the same name as 01 in this volume; the suffix only separates the two."},"authorship":{"kind":"dramatis_persona","is_steiner":true,"speaker":"DER HÜTER DER SCHWELLE","author":"Rudolf Steiner","note":"A line from the drafts and fragments of Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."},"attribution_warning":"A line from the drafts and fragments of Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."}