{"corpus":"steiner","locus":"GA 44/04_02/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"STRADER:  \nEs scheint nicht ganz verständlich, was mich bewegen kann,  \nMit Liebe von dem Mystenbunde zu sprechen  \nUnd für seine Taten einzutreten,  \nTrotzdem mir wohlbekannt sein müsse,  \nWas Mechanik als Erkenntnis  \nDes Kräftespieles im Weltenganzen bedeutet.  \nIch muß gestehen, daß eben jene Grund empfindung,  \nMit der ich in dem Kraftzusammenhang,  \nDer mein eignes Werk ist, mich fühle,  \nMich immer wieder zwang, auch  \nIm Naturzusammenhang des Geistes Schöpfer kraft  \nZu suchen. Man kann die Pflanzenblüte,  \nDie man in Händen hält,  \nWohl für sich betrachten, verstehn kann man sie nur,  \nWenn man bewußt sich wird, wie sie ohne Wurzel  \nIhres Wesens Schein nur ist  \nUnd nicht dessen Wahrheit.  \nSo ist alle Naturmechanik nur der Wahrheit Schein  \nUnd die volle Wahrheit nur im Geisterkennen zu finden.  \nDarum müssen auch die Seelen veröden,  \nDie von den Dingen nur erfassen wollen,  \nWas an ihnen mechanisch sich erweist.  \nMir gilt deshalb eine Wissenschaft als nichtig,  \nDie ohne Aufstieg zur Geisterkenntnis bleibt.  \nNun aber muß ein Denken des Geistes  \nLebendig Wesen bald verlieren,  \nWenn es zu trinken nicht vermag  \nAm Lebensquell des Mystenpfades.  \nWenn ich nicht mit der ganzen Seele mich  \nDem Wesen eines Kraftmechanismus  \nSo oft verbunden hätte fühlen müssen,  \nSo würde ich vielleicht so denken können,  \nWie jener Redner fordert, der mich tadelt.  \nWas ich an meiner Arbeit stets empfand,  \nEs ist ein Band, das meine eigene Seele  \nZur Einheit macht mit Kräftemechanismen,  \nDie dieser Seele selbst entsprungen sind.  \nWer so der eignen Seele Leben  \nIns Spiel der Kräfte sich ergießen sieht  \nUnd sich als Seelenwesen neben seinem Werke weiß,  \nDer kann den Mechanismus der Natur  \nFürwahr nicht seelenlos sich denken.  \nIhm stehen Weisheitswesen und Willensmächte  \nLebendig hinter allem Sinnessein.  \nDoch wie wenig versteht der von meiner Seele,  \nDer sie nur in meinen Mechanismen sucht.  \nEr weiß, wie ich denke,  \nDoch was ich erlebe, kennt er nicht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Entwürfe, fragmentarisch, zum ersten, zweiten, fünften, siebenten, achten und zehnten Bild","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":302,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/04_02/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/44/04_02/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/44/04_02/p014","paragraph_aligned":true}],"unit_kind":{"kind":"second_piece_same_name","base_unit":"GA 44/04","note":"Another piece with the same name as 04 in this volume; the suffix only separates the two."},"authorship":{"kind":"dramatis_persona","is_steiner":true,"speaker":"STRADER","author":"Rudolf Steiner","note":"A line from the drafts and fragments of Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."},"attribution_warning":"A line from the drafts and fragments of Rudolf Steiner's Mystery Dramas. The text is his, the words are the character's: never quote it as a statement in his own voice."}