Zusammenhängende Entwürfe zum ersten, zweiten und dritten Bild

GA 44/05_02/p012 · original (original)

In einem langen Leben war ich bemüht, der Seele einen Weg in Geisteshöhn zu finden. Was des Menschen Geist im Sinnesreich erstrebt und was ihn durch Naturbeherrschung jetzt zum stolzen Wesen macht: es ist von hoher Geisteswarte angeschaut doch nur ein Gang, den Blinde gehn, die unbewußt der Ziele dunklen Kräften folgen. Und auch, was an Wissensschätzen dem gemeinen Sinne sich offenbart, ist ein Tasten nur in finstern Reichen. Die Seele muß in tiefe Schachte steigen, wenn sie den Punkt erreichen will, der ihr bedeuten kann, wie [der] Menschen Ameisenarbeit sich den Gotteszielen einzugliedern hat. Zwar ich selber hab durch eigne Kraft mich durchgerungen, so daß in Demut ich glauben darf, ich habe manchen Strahl des Lichtes schauen dürfen. Doch als ich messen durfte, was ich selbst gefunden an der Sonne, die von jenem Geistesbunde strahlt, da ward mir klar, daß er die Urweisheit der Menschenart von hohen Vorläufern übernommen und dazu den Beruf erhalten hat, sie spätem Geschlechtern angemessen zu übertragen. Er wird daher am besten zu schätzen verstehn, was für wahren Geistesfortschritt des Thomasius' Tat be-deutet. Und da im Sinn der Gegenwart es liegt, daß die Art, in der Thomasius die Verkündung hoher Lehren geben darf, nicht auf engste Kreise eingeschränkt darf bleiben, so tut der Bund nur seine Pflicht, wenn er seine Kräfte mit den euren einen will.

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