Zusammenhängende Entwürfe zum ersten, zweiten und dritten Bild

GA 44/05_02/p015 · original (original)
Author: DOCTOR STRADER

DOCTOR STRADER: Es wird hier manches Wort gewechselt, das würdig mir nicht scheint der großen Aufgabe, vor der wir stehen. Thomasius ist auf sonderbare Art zu dem Werke gekommen, das jetzt so gewaltiges Licht bringen soll. Er war im Beginne seines gegenwärtgen Erdenlebens nicht der Wissenschaft ergeben. Er hatte als schaffender Künstler seine Seele offenbaren wollen. Durch eine Geistesströmung, die tief verwandt sich jener fühlt, welche jetzt ihre Stimme für ihn erheben will, wurde er zu einem Schaffen geführt, das dem Vorurteils-losen wie ein Wunder nur erscheinen konnte. Ich konnte ihn an Werken sehen, die mich bestürzten, weil ich damals nicht ermessen konnte, aus welchen Quellen ihm sein Können geschenkt ward. Für ihn jedoch war dies alles Vorstufe nur. Er brauchte die innere Kraft, die Künstlersinn verleiht, zu höherer Leistung. Er verließ die Kunst und vertiefte sich in Naturerkenntnis, so daß ihm nach heißem Bemühn sich alles erschloß, was die Menschheit an Einsicht in Naturgeheimnisse bis-her errungen hat. In seiner Seele vermählte sich künstlerisches Können mit Erkenntnis, und es wurde die Tat geboren, die jetzt wie ein gewaltiger Strom geistiger Kraft in Menschenseelen fließen soll. Ist in diesem Leben des Thomasius nicht schon vorgebildet, wie seine Tat wirken muß. Aus tief geheimnisvollen Quellen stammt sie: muß sie nicht auch durch jener Quellen Kraft den Weg zu Menschen finden, aus denen sie selber ihren Ursprung hat?

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