Zusammenhängende Entwürfe zum ersten, zweiten und dritten Bild
2. PRAECEPTOR: Mein Bruder durfte euch verkünden, vor welchem ernsten Werke wir nun stehen. Nicht unsrer Willkür nur rechnet es zu, daß wir heute den Bund mit euren Seelen schließen wollen. Wir folgen einer Offenbarung, die so deutlich zu euch kann reden, wie sie uns zur Tat muß rufen. Die Schwelle unsrer Weihestätte war bisher gar streng behütet. Vor unsren Toren mußte ein starker Wächter stehen. Wessen Seele nicht erst zubereitet war, in echter Weihestimmung dem Quell des Geistes sich zu nahen, wir mußten ihn fernehalten. Denn außer unsren Stätten gab es keine Geisteskraft, die in Seelen jenen Sinn erschaffen kann, der Mittler sein kann für höchstes Wahrheitslicht. Seit Thomasius mit allen Mitteln unsrer Zeitenstimmung der Seele Wege zeigen kann, vermag ein jedes Herz den Trieb zu jener Weihe zu empfinden, die wahre Weisheit braucht, wenn sie ins Menschenwesen fließen soll. Thomasius kann euch mit uns vereinen. Wir schauen es in des Weltengeistes Denken; ihr könnt es auch gewahren, wenn ihr eurem wahren Sinne folgt.