Drittes Bild, teilweise Prosa

GA 44/06_02/p023 · original (original)
Author: DER DOPPELGÄNGER DES THOMASIUS

DER DOPPELGÄNGER DES THOMASIUS: Ich konnte Thomasius bisher öfter zwar erscheinen und ihm zeigen, wie er in Wahrheit ist; doch konnte er mich bisher nicht verstehen. Ich wirkte noch in dem unbewußten Teile seines Wesens. Ich wollte ihm zeigen, wie ich in seinen Tiefen lebe. Doch hat sich dieses Leben seit lange gewaltig geändert; vor Jahren stand Maria an seiner Seite; er glaubte ihr im Geiste verbunden zu sein, ich machte ihm klar, wie Leidenschaft und Sinnlichkeit in mir leben. Von mir war dies ein Vorwurf für ihn. Doch du, erhabner Wunschgebieter, verwandeltest das Sinnliche in Geistiges. Er ward von Maria getrennt. Doch er hat durch viele Jahre strengem Denken obgelegen. Und reines Denken hat Kräfte, die läutern. Was aus der Reinheit seines Denkens strömte, hat auch mich beeinflußt. Ich fühle diese Reinheit in mir. Und deshalb darf ich auch Johannes wieder mit meinem Wesen beleben. Doch steht er selbst noch immer in deiner Gewalt. Der Hüter der Schwelle Ich fordre ihn von dir. Ich möchte wieder in sein Bewußtsein drängen alles, was an Seelenwärme, was an Herzenskräften in ihm ist. Er soll sich wieder gewinnen.

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