VII. Die Welt, Welche den Sinnesorganen Zugrunde Liegt

GA 45/07/p005 · original (original)

Die Deutung des Wärmesinnes ergibt sich, wenn man sich die Umkehrung des Geruchserlebnisses denkt. Im Geruchssinn dringt der äußere Stoff an den Menschen heran, und das Geruchserlebnis ist ein unmittelbares Wechselverhältnis mit dem Stoffe. Die Umkehrung wäre gegeben, wenn das vorausgesetzte äußere Wesen aus dem Inhalt der Wärmeempfindung bestände, aber durchdrungen wäre von einer Tätigkeit, welche in ein unmittelbares Wechselverhältnis tritt zum Menschen. Es stünde dann hinter dem Inhalt der Wärmeempfindung eine die Wärmeanlage bildende Tätigkeit. Sie wäre so, daß von ihr ausströmt die Wärme, wie von dem riechenden Stoff der Geruch. - Wie dieser sich nach allen Seiten in die Außenwelt verbreitet, so wäre jene Tätigkeit von allen Seiten aus dem Menschen wegstrebend zu denken und in diesem Wegstreben die organbildende Kraft für den Wärmesinn entfaltend. Und wie dem Geruchsinn der äußere Stoff sich offenbart, so müßte dieser Tätigkeit das Menschen-Innere sich offenbaren. Eine solche Offenbarung wäre gegeben, wenn der nach außen strebenden Tätigkeit eine Art Lebensvorgang zugrunde läge; das heißt, wenn diese Tätigkeit den Menschen mit ihrem eigenen Wesen erfüllte. Dem Wärmesinn läge damit eine Art Ernährung des Menschen mit dem Stoffe zum Grunde, der sich in dem Wärme-Sinnes-Erlebnis seinem Inhalte nach offenbart.

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Cite: GA 45/07/p005 · edition original