43. Bewusstsein — Leben — Form

GA 46/46-03-43/p012 · original (original)

Welches ist nun dieser astrale Stoff? Es ist kein anderer als der, welchen der Mensch tatsächlich auch in sich hat. Er wird nur in ihm während des wachen Alltagslebens von den sinnlichen Vorstellungen gleichsam überdeckt. - An diese sinnlichen Vorstellungen knüpfen sich die menschlichen Begierden, Wünsche und Verabscheuungen, seine Sympathien und Antipathien. Er wünscht den einen Gegenstand, den andern lehnt er ab. In nichts anderem als in diesen Begierden, Wünschen und Verabscheuungen ist die Quelle zu suchen, aus welcher auch das Traumbewusstsein herausschöpft, wenn es die Dinge zu Sinnbildern umwandelt. Das Selbstbewusstsein des Tageslebens gibt mit den äußeren Wahrnehmungen den Begierden und Wünschen eine ihnen entsprechende Nahrung. Schweigen die Tätigkeiten der äußeren Sinne, dann tritt eine andere schöpferische Kraft ein und formt in dem Stoffe der Wünsche und Begierden die Bilder. Die Geheimwissenschaft sagt nun, dass der träumende Mensch sich in dem aus Wünschen und Begierden gewobenen astralischen Leibe befinde und dass der physische Leib von dem Selbstbewusstsein verlassen sei. Beim Eingeweihten oder Erweckten ist die Sache so, dass er ebenfalls seinen physischen Leib verlassen hat, dass aber sein Selbstbewusstsein in seinem astralischen Leibe wohnt. Wie nun der physische Leib die Wahrnehmung der physischen Dinge vermitteln kann, weil seine Organe aus demselben Stoffe gebildet sind wie die physische Welt, so kann der Eingeweihte die Wesen der astralen Welt wahrnehmen, weil er Organe hat aus dem Stoffe der Wünsche und Begierden, in dem sie ihren Ausdruck finden.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/46/46-03-43/p012.json
Cite: GA 46/46-03-43/p012 · edition original