43. Bewusstsein — Leben — Form
Von dieser Welt des Eingeweihten ist nun allerdings die gewöhnliche Traumwelt nur ein schwacher Nachklang. Sie kann dies ja auch nur sein, weil das Selbstbewusstsein nicht an ihr beteiligt ist. Wo aber ist dieses Selbstbewusstsein während des Traumes? Es hat sich zurückgezogen in eine höhere Welt, in welcher der Mensch zunächst nicht als solcher vorhanden ist. Welches Verhältnis er zu dieser Welt hat, kann zunächst ein Vergleich klarmachen. Man denke an eine Hand des Menschen und an ein Werkzeug, das von ihr gehalten wird. Solange die Hand das Werkzeug hält, bilden beide gleichsam ein Ganzes. Das Letztere führt die Tätigkeiten aus, welche von der Ersteren bestimmt werden. Sobald aber die Hand das Werkzeug weglegt, ist dieses sich selbst überlassen; und die Bewegungen der Hand sind nur Ausdrücke des Willens im Menschen, dem sie angehört. So muss der physische Leib während des wachen Tageslebens als ein Werkzeug des Gliedes einer höheren Wesenheit angesehen werden. Streckt diese höhere Wesenheit gleichsam ein Glied in den physischen Leib hinein, so tritt in diesem die Sinnestätigkeit und damit das Selbstbewusstsein auf. Verlässt dieses Glied den Leib, so hört das Selbstbewusstsein auf. So ist die innerste Wesenheit des Menschen, die Selbstbewusstsein haben kann, ein Glied einer höheren Wesenheit, aus der es zeitweilig gewissermaßen hervorgestreckt und mit dem physischen Leibe überzogen wird. Noch besser wird man die entsprechende Vorstellung aber gestalten, wenn man das Vorstrecken zugleich als ein Abschnüren ansieht, wie wenn während des Wachens sich ein Tropfen loslöste aus dem betreffenden höheren Wesen, der während des Schlafes wieder aufgesogen wird. Denn der Mensch ist sich während des Wachens seines Zusammenhanges mit einer höheren Wesenheit nicht bewusst: er ist also von ihr tatsächlich abgeschnürt. Während des Schlafes muss ihm das Selbstbewusstsein fehlen, denn es zieht sich da in die höhere Wesenheit zurück; diese saugt es auf; und er ruht also in derselben eingeschlossen.