{"corpus":"steiner","locus":"GA 46/46-03-43/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man bedenkt, dass durch geheimwissenschaftliche Schulung die beiden letzten Bewusstseinszustände von dem Eingeweihten als eine höhere Entwicklungsstufe der Menschheit erreicht werden, so wird ohne Weiteres einleuchtend sein, dass auch das wache Tagesbewusstsein eine höhere Stufe der beiden untergeordneten Bewusstseinszustände darstellt, sich also aus ihnen entwickelt hat. Dies ist es, was von der Geheimwissenschaft dargestellt wird. Sie erklärt, dass der Mensch in urferner Vergangenheit durch eine Entwicklungsstufe durchgegangen ist, in welcher er nur ein dumpfes, von keinem Traumbild durchsetztes Schlafbewusstsein hatte; dann stieg er hinauf zu einem dumpfen Traumbewusstsein, um endlich anzukommen beim wachen Tagesbewusstsein von heute. Der Einzuweihende setzt diese Entwicklungslinie fort. Er bildet die beiden höheren Bewusstseinsformen aus. Nun ist aber diesem Eingeweihten eine noch höhere Bewusstseinsart erreichbar. Es ist aus dem Vorhergehenden nämlich ersichtlich, dass auch im Tonbewusstsein die Seele noch mit dem Menschenleibe verbunden ist. Diese Verbindung kann ganz aufhören. Die Seele kann den Leib völlig verlassen. Dies lernt der Eingeweihte. Und dann muss er Organe noch höherer Art als vorher ausgebildet haben, wenn er noch etwas wahrnehmen will. Ist das der Fall, dann drückt sich in seiner Umgebung der Sinn der Welt unmittelbar aus, ohne die Vermittlung des Tones. Man nennt diese zunächst höchste Bewusstseinsstufe das spirituelle oder rein-geistige Bewusstsein. Im Sinne der vorhergehenden Aufzählung der Bewusstseinsstufen müsste im gegenwärt[iglen Menschen dem ein Zustand entsprechen, der ein noch dumpferes Bewusstsein darstellt als das traumlose Schlafbewusstsein. Dem Sinne nach ist das allerdings der Fall. Doch kann der gegenwärtige Mensch diesen Zustand in der Wirklichkeit nicht darleben. Es müsste dann seine Seele ganz außerhalb des Leibes sein; der traumlose Schlaf müsste unterbrochen sein von einem ganz seelenlosen Zustande. Das käme in der Tat einem zeitweiligen Hingegebensein des physischen Leibes an sich selbst gleich, das heißt einer vorübergehenden Tötung. Dieser darf der physische Leib nicht ausgesetzt werden, wenn er nicht Gefahr laufen soll, nicht mehr aufnahmefähig für die Seele zu werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"43. Bewusstsein — Leben — Form","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":313,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-43/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-43/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/46/46-03-43/p019","paragraph_aligned":true}],"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 89/draft_of_a_spiritual_cosmology","ga":"89","lecture":"draft_of_a_spiritual_cosmology","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}