43. Bewusstsein — Leben — Form
Die Stufen des Seelenerlebens ergeben sich, wenn man das verinnerlicht denkt, was in den Bewusstseinszuständen als Außenwelt wahrgenommen wird. Da hat man zunächst jenen dumpfesten Bewusstseinszustand, welcher dem traumlosen Schlafe vorangeht. In diesem Letzteren schafft die Seele harmonisierend am Leibe; ihr entsprechender Lebenszustand ist die Harmonisierung des eigenen Innern. Sie durchdringt sich also mit einer Welt tönender Bewegung. Vorher, in dem dumpfesten Erlebenszustand, war sie in einem eigenen, bewegungslosen Innern. Sie fühlte dieses Innere in unterschiedloser Gleichgültigkeit allseitig durch. Man bezeichnet diesen niedersten Lebenszustand als das erste Elementarreich. Es ist ein Erleben des Stoffes in seiner ursprünglichen Eigenschaft. Der Stoff kommt nach den verschiedensten Richtungen hin in Erregung und Bewegung. Und sein Selbsterleben dieser Beweglichkeit ist als erste Lebensstufe das erste Elementarreich. - Die zweite Stufe wird erreicht, wenn Rhythmus und Harmonie aus diesen Bewegungen wird. Die entsprechende Lebensstufe ist das innerliche Gewahrwerden des Rhythmus als Klang. Das ist das zweite Elementarreich. - Die dritte Stufe bildet sich aus, indem die Bewegungen sich zu Bildern umformen. Dann lebt die Seele in sich als in einer Welt sich gestaltender und sich wieder auflösender Bilder. Das ist das dritte Elementarreich. - Auf der vierten Stufe nehmen die Bilder feste Formen an: es tritt Einzelnes aus dem Wandelpanorama heraus. Dadurch kann es nicht mehr bloß innerlich erlebt, sondern äußerlich wahrgenommen werden. Dieses Reich ist das Reich der äußeren Leiber. Man muss in diesem Reiche unterscheiden zwischen der Gestalt, die es hat für das helle Tagesbewusstsein des Menschen, und der Gestalt, die es in sich selbst erlebt. Der Leib erlebt tatsächlich in sich seine Form, also den in regelmäßige Gestalten sich formenden Stoff. - Auf der nächsten Stufe wird dieses bloße Formerleben überwunden; es tritt dafür das Erleben des Formwandels ein. Die Gestalt bildet sich selbst und bildet sich um. Man kann sagen, dass auf dieser Stufe das dritte Elementarreich in einer höheren Gestalt erscheint. Im dritten Elementarreich kann die Bewegung von Gestalt zu Gestalt nur als Bild erlebt werden; in diesem fünften Reich geht das Bild bis zur Verfestigung im äußeren Gegenstande über, aber dieser äußere Gegenstand erstirbt nicht in der Form, sondern er behält seine Wandelfähigkeit. Dies Reich ist das [der] wachsenden und sich fortpflanzenden Leiber. Und seine Umwandlungsfähigkeit kommt eben in Wachstum und Fortpflanzung zum Vorschein. - Im nächsten Reiche tritt die Fähigkeit hinzu, das Äußere in seiner Wirkung auf das Innere zu erleben. Es ist das Reich der empfindenden Wesen. — Das letzte Reich, das in Betracht kommt, ist dasjenige, welches nicht nur die Wirkung der äußeren Dinge in sich erlebt, sondern deren Inneres miterlebt. Es ist dies das Reich der mitfühlenden Wesen. Somit gliedert sich die Stufenfolge des Lebens in der folgenden Art: