43. Bewusstsein — Leben — Form

GA 46/46-03-43/p041 · original (original)

Als die Saturnentwicklung begann, war der Menschenleib auf der Stufe der Formlosigkeit. Er musste sich erst bis zur schöpferischen Fähigkeit hindurchringen, bevor eine Seele in ihm ihr erstes Stofferleben erfahren konnte. Das heißt, dass sich der Leib erst durch die sieben Stufen der Schöpfertätigkeit hindurchentwickeln musste, dann konnte seine Seele ihn durchleben. Diese Seele muss nun wieder so weit kommen, dass sie jeder der sieben Formen des Leibes ihre innere Bewegung mitteilen kann. Das erste Mal, wenn der Leib durch seine sieben Formen hindurchgeht, ist sie selbst noch ganz leblos. Erst auf der siebenten Stufe, wenn der Leib schöpferisch wird, erwacht ihr Leben. Und es muss jetzt erwachen, denn der Leib gibt Stoff aus in seinem Schaffen. Diesen muss ihm die Seele ersetzen. Und nun beginnt ein zweiter Kreislauf. Der Stoff, der als Ersatz einströmt in den Leib, macht selbst die sieben Stufen von der Formlosigkeit bis zur schöpferischen Fähigkeit durch. Ist er da angelangt, so beschränkt sich die Seele nicht mehr auf die Erlebnisse, welche ihr die Bewegung des einströmenden Stoffes bewirkt, sondern sie beginnt eine neue Lebensstufe. Dadurch, dass der einströmende Stoff selbst schöpferisch geworden ist, beginnt er den Leib innerlich zu füllen. Vorher hat er immer nur Ersatz für den Abgang geleistet; jetzt lagert er sich dem Leibe ein. Und wieder macht er da alle Formen von der Formlosigkeit bis zur schöpferischen Fähigkeit durch. Erst lagert er sich formlos im Leibe ab, dann geht er allmählich über zu Formen, entwickelt Kräfte, gestaltet Gebilde aus, gibt ihnen einen physiognomischen Ausdruck usw. Während dieses ganzen Kreislaufes macht die Seele ihre dritte Lebensstufe durch. Sie harmonisiert diese innere Gliederung und gleicht das durch die inneren Vorgänge in Unordnung Gekommene aus. - Ist so der Stoff im Innern gestaltend gewesen, so geht er auf einer vierten Stufe dazu über, die Außenwelt auf sich wirken zu lassen. Er kann dieses, denn die ihn bewohnende Seele ist nunmehr reif geworden, die Eindrücke der Umgebung dumpf zu erleben und so die durch die Außenwelt bewirkten Unordnungen immer wieder in Ordnung zu bringen. Im nächsten Kreislauf bleibt der Leib nicht mehr dabei stehen, sich selbst zu gliedern; er gestaltet sich unter dem Einflusse der Außenwelt um. Die Seele ist dazu reif geworden, diese Umgestaltung zu regeln. Dann beginnt für den Leib ein Kreislauf, in dem er die Wirkungen der Außenwelt als Empfindungen wahrnimmt. Die Seele bildet wieder den Regulator dieser Daseinsstufe. Endlich ist der Leib auf seiner letzten Stufe angelangt: er kann die Außenwelt miterleben. Die Seele ist jetzt so weit, dass sie eine nächste Stufe vorerlebt, nämlich die nächste Bewusstseinsstufe in einer für das Saturndasein höheren Welt. Sie macht dadurch während dieses letzten Saturnkreislaufes den traumlosen Schlafzustand durch. Und diesen überträgt sie nun beim ersten Sonnenkreislauf auf den physischen Leib.

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