43. Bewusstsein — Leben — Form

GA 46/46-03-43/p059 · original (original)

Wenn nun die Sonne ihre sieben Kreisläufe vollendet hat, dann beginnt die Zeit, in welcher der Menschenleib so weit ist, dass er nicht nur die Einströmungen des Lichtes aufnehmen und dadurch belebt sein kann, sondern er erlangt die Fähigkeit, die ihn umflutende Tonwelt, die aus den «Mächten» gebildet wird, in sich weiterwirken zu lassen und sie selbst als Töne wiederzugeben. Der Menschenleib wird auf dieser Daseinsstufe, die man die Mondentwicklung nennt, eine tönende Wesenheit. Während der auf der Saturnstufe vom Planeten in die Umwelt zurückgeworfene Ton nur ein Echo der Umgebung war, tönt er jetzt verändert in diese Umgebung hinaus. Er ist so verändert, dass er in der mannigfaltigsten Art wiedergibt, was in den Menschenleibern vorgeht. Diese Menschenleiber haben damit ein drittes Glied in ihre Wesenheit aufgenommen, den Empfindungsleib. Denn es ist ihre innere Natur: ihre Gefühlswelt, die da nach außen tönt. — Aus den sieben Wesenheiten aber, welche sich während der Sonnenentwicklung aus dem Saturngeiste heraus entwickelt haben, sind siebenmal sieben geworden. Deren Umwelt ist jetzt so geworden, dass sie ihre eigene Gefühlswelt in den Empfindungsleibern, welche sich gebildet haben, erleben. Diese Empfindungsleiber sind die Träger ihres hellen Tagesbewusstseins. Sie fühlen sich nunmehr umgeben von zwei Reichen, die unter ihnen stehen, und Einem, das über ihnen ist. Dieses über ihnen schwebende Reich macht sich ihnen aus dem Weltraum heraus als das Weltaroma fühlbar; sich selbst erleben sie als tönende Wesen, und die beiden Reiche, welche unter ihnen stehen, sind dadurch geworden, dass ein Gebiet von Menschenleibern auf der Saturn-, ein zweites auf der Sonnenstufe stehen geblieben ist. So sind diese Mondwesen umgeben von den automatenhaften Wesen, die ihre Saturnreife auf dem Monde unter ganz andersartigen Verhältnissen fortsetzen, als sie auf dem Saturn selbst bestanden haben; und ferner von pflanzenhaften Sonnenleibern, die in einer ähnlichen Lage sind. In der eigentlichen Mondenmasse sind also dreierlei Wesen vorhanden. Jene automatenhaften Wesen, die in sich selbst dunkel sind, und welche sich vom Saturn her die Fähigkeit noch bewahrt haben, Leben um sich herumzustrahlen. Sie sind nicht leblose Wesen in dem Sinne der gegenwärtigen Mineralien. Eine mineralische Grundlage, wie sie [die] Erde hat, gab es auf dem Monde überhaupt noch nicht. An ihrer Stelle war eine solche, welche aus dem charakterisierten Wesen bestand. Man bekommt eine Vorstellung von ihr, wenn man sich sie mit einem durch sie ganz durchgehenden Leben begabt vorstellt, sodass auf dem Monde z.B. statt der mineralischen Ackererde unseres Planeten eine lebendige, breiartige Masse ist; in dieser sind eingefügt verholzte Teile wie die Felsenmassen in das weichere Gestein unserer Erde. In dieser lebenden Grundlage, die man in ihren Teilen Pflanzenmineralien nennen kann, wurzelten die gekennzeichneten Sonnenwesen, auf einer Stufe stehend zwischen dem gegenwärtigen Tier und der gegenwärtigen Pflanze. Und die beweglichen Wesen, welche den Mond bewohnten, waren die Menschenleiber, zwischen Tier und Mensch in Bezug auf ihre Entwicklung mitten drinnen stehend. Sie waren die Beherberger der Abkömmlinge des Saturn-Planetengeistes. Doch hätte dieser ein waches Tagesbewusstsein nicht in ihnen entwickeln können. Um in einem solchen zu leben, mussten diese Wesen jedesmal aus dem Leibe heraustreten. Waren sie innerhalb desselben, das heißt, lebten sie sein Leben mit, dann waren sie nur mit einem von Traumbildern erfüllten Bewusstsein durchdrungen. In diesem Bewusstsein sahen sie nichts von ihrer physischen Umgebung; aber sie tönten ihr inneres Erleben in die Umgebung hinaus. Was da in Klängen sich auslebte während des Schlafes der Mondwesen, waren deren Leidenschaften und Begierden. Um aus dem Umkreis dieses Erlebens nur eines hervorzuheben, sei darauf hingewiesen, dass z.B. dasjenige, was man jetzt Liebesleben nennt, und was der Fortpflanzung zugrundeliegt, auf dem Monde sich während des traumerfüllten Schlafes abspielte. Das wache Tagesleben war begierdeund allerdings auch liebelos, ganz nur dem Anschauen der Umwelt hingegeben. Der Menschenvorfahr auf dem Monde wusste noch nichts von geschlechtlichen Beziehungen in seinem Tagesleben. Für das, was heute der Mensch in der geschlechtlichen Liebe fühlt, spielten sich auf dem Monde Traumbilder ab, welche nur im Sinnbild zum Ausdrucke brachten, was heute gegenständliche Wirklichkeit ist. - Nicht der Menschenvorfahr erlebte also auf dem Monde die Bilderwelt im wachen Zustande; in ihr lebten vielmehr die zunächst über dem Menschen stehenden Wesen, die Engel. Für sie spielte sich gewissermaßen die Traumwelt des Menschen als helle Tageswirklichkeit ab. Sie wachten über der träumenden Menschenwelt, wie die Erzengel über der in pflanzenartigem Schlaf lebenden Sonnenwelt wachten.

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