43. Bewusstsein — Leben — Form

GA 46/46-03-43/p067 · original (original)

Als der vierte Kreislauf begann, war der Mensch fähig geworden, die Schöpfungen der Engel, seinesgleichen, um sich herum wahrzunehmen. Die Engel aber standen um drei Bewusstseinsstufen über ihm. Sie konnten schaffen, was er wahrnahm. - Der Menschenleib erlangte jetzt vier Glieder: das physische, welches der Spiegel der Umgebung wurde; das lebendige, welches die Wahrnehmungen der Umgebung in innerliche Bewegung umsetzen konnte; der Bilderleib, welcher die inneren Bewegungen zum Charakter von Sinnbildern umzusetzen vermochte, und endlich der Leib, welcher Träger des hellen Tagesbewusstseins wurde, der die innerlichen Bilder in Einklang bringt mit den Eindrücken der Umgebung, und damit den Zusammenhang schafft zwischen innerlichem Erleben und den Vorgängen der Umgebung. - Aber das helle Tagesbewusstsein bleibt beschränkt auf die Außenwelt des Physischen; die Vorgänge des Lebens und die Bilder des Bilderleibes werden innerlich erlebt, aber nicht als Umgebung wahrgenommen. Sein Bilderleib bleibt der Gegenstand der nächsthöheren Wesensstufe, der Engel, sein Lebensleib sogar derjenige der Erzengel. Alles, was im Menschen mit dem Lebensleib zusammenhängt: die Gesetze seines Wachstums und der Fortpflanzung, steht daher für ihn selbst im Verborgenen; er hat davon nur das Bewusstsein, das im traumlosen Schlaf vorhanden ist. Für die Erzengel aber sind diese Vorgänge solche Dinge der Außenwelt und ihres Wirkens, wie für den Menschen es seine Arbeit an einer physischen Maschine gegenwärtig ist. Und alles, was mit dem Bilderbewusstsein zusammenhängt, die für den Menschen mehr geheimnisvollen Gesetze, die seinem Antlitz ein bestimmtes Gepräge und Mienenspiel, seinem Gange usw. bestimmte Formen geben, also was sich in seinem Charakter, Temperament usw. ausdrückt, das steht unter der Herrschaft der Engel. Nur das, was er in seiner Umgebung bewirkt, das steht unter seiner eigenen Gesetzmäßigkeit.

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