{"corpus":"steiner","locus":"GA 46/46-03-54","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54","ga":"46","lecture":"46-03-54","lecture_number":null,"title":"54. Über den Ätherleib","site_heading":null,"date":null,"location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":16,"word_count":1167,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":16,"passage_count":16,"word_count":1167},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":16,"passage_count":16,"word_count":1278,"completeness":{"ratio":1.1,"band":"comparable","note":null}}],"passages":[{"locus":"GA 46/46-03-54/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p001","passage_number":1,"word_count":121,"text":"Der Ätherkörper ist der Schöpfer des physischen Körpers, während er selbst vom Astralkörper geschaffen ist. Man kann den physischen Körper als die Ausgestaltung und Verdichtung des schaffenden Teiles des Ätherkörpers ansehen; wogegen die empfangenden Teile desselben sich weiterhin dem Einflusse des Astralkörpers offen halten. Der Ätherkörper des Mannes ist weiblich, derjenige des Weibes männlich. Ursprünglich ist aber der Ätherkörper zweigeschlechtig. Und diese Zweigeschlechtigkeit ist nichts anderes als die Verdichtung eines Teiles des ganz geschlechtlosen Astralkörpers. - Das äußere physische Geschlecht entsteht nur dadurch, dass die eine Seite des zweigeschlechtlichen Ätherkörpers sich physisch verdichtet. Der Mann entsteht durch die Verdichtung der männlichen; das Weib durch die Verdichtung der weiblichen Seite. Beim Ersteren bleibt also noch ein ÄtherischWeibliches, beim Letzteren ein Ätherisch-Männliches zurück."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p002","passage_number":2,"word_count":161,"text":"Diese restierenden Teile des Ätherleibes teilen sich wieder in zwei Partien, wovon der eine seine geschlechtlichen Charaktereigenschaften behält, während der andere ein ungeschlechtliches Wesen annimmt. Das, was als geschlechtlich bleibt, durchdringt sich mit der Begierde und wird die Grundlage für die menschlich-physische Fortpflanzung. Während die physischen Organe der Fortpflanzung der Ausdruck sind von dem untersten Teile des Ätherkörpers, sind die Organe der Neigung, das Herz, die Geschöpfe des zweiten Teiles des Ätherleibes. Die Frau hat ein männliches, der Mann ein weibliches Herz. Das männliche Herz äußert sich in der tätigen Liebe, in der barmherzigen Hingabe; das weibliche Herz des Mannes kommt im Mut, in der Tapferkeit zum Ausdrucke. Man soll in die Ausdrücke männlich und weiblich hier auf dieser Stufe schon nicht mehr genau dieselben Bedeutungen hineinlegen, welche sie für die physische Körperlichkeit haben. Obwohl sich die Liebe und der Mut zunächst gegenüber dem anderen Geschlechte zeigen, so nehmen sie doch einen allgemeineren Charakter an, der auf allgemeinere Lebensverhältnisse sich bezieht."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p003","passage_number":3,"word_count":66,"text":"Der dritte Teil des Ätherleibes enthält die Kräfte, welche die Sinneswerkzeuge hervorbringen. Der ganze Sinnesapparat ist von diesem Ätherleib hervorgebracht. Aber diese Sinneswerkzeuge wären ohne Wirkung, wenn sich der Ätherleib nicht durchtränkte mit dem Astralleib. Das Auge und die es erzeugenden Ätherkräfte würden etwas hervorbringen, was auch in dem fotografischen Apparate vorhanden ist, wenn diese Hervorbringungen durch den Astralleib nicht zur Empfindungen der Farbe umgestaltet würden."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p004","passage_number":4,"word_count":31,"text":"Dasjenige, was nun der Astralleib in Verbindung mit diesem dritten höchsten Gliede des Ätherleibes und den von diesem erzeugten physischen Organen hervorbringt, bildet die Grundlage des Seelenlebens. Es sind die Wahrnehmungen."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p005","passage_number":5,"word_count":45,"text":"Bei Betrachtung des Auges z.B. hat man dreierlei zu beachten: erstens das Ätherauge, dieses ist der Schöpfer des Auges. Zweitens das Geschöpf, nämlich das physische Auge selbst. Und drittens das Astralglied, das in dieses Auge hineinragt und in dem sich z.B. die Farbe «Rot» bildet."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p006","passage_number":6,"word_count":98,"text":"Auch der Astralleib zerfällt wieder in drei Teile. Der unterste ist derjenige, der in der angedeuteten Art die Sinneswerkzeuge ausfüllt. Er ist schöpferischer Natur, denn er hat dem obersten Teile des Ätherkörpers die Fähigkeit erteilt, Sinnesorgane zu bilden. Das zweite, mittlere Glied des Astralleibes ist dagegen weniger schöpferisch. Es hat einen Charakter, der in der Bewahrung des Empfangenen, in Lust und Schmerz seinen Ausdruck findet. Es steht mit dem Herzen ebenso in Verbindung, wie das erste Glied durch die Sinnesorgane mit den Gegenständen der Außenwelt in Verbindung steht. Es erlebt die Eindrücke, die durch das Herz vermittelt sind."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p007","passage_number":7,"word_count":246,"text":"Das dritte Glied des Astralkörpers ist seinem Wesen nach unabhängig von der Außenwelt der Sinne sowohl wie auch zunächst von der Innenwelt des Herzens. Es findet seinen Ausdruck in dem «Ich». Aber dieses Glied kann Ätherkräfte in sich einfließen lassen. Diese im Ich spielenden Ätherkräfte sind zunächst die Gedanken. Mit diesen Gedanken tritt das Ich in Verbindung mit dem Weltäther. Die im Äther verkörperten Gedanken der Dinge fließen in das Ich ein und so formt sich das Ich zunächst das dritte, oberste Glied seines Astralkörpers. So wird dieser mithilfe der «Ich-Arbeit» ein organisiertes Gebilde, während er vorher ein chaotisches, jungfräuliches Wesen war. - Dieses Astrale wirkt nun wieder auf die unteren Glieder des Astralleibes ein. Zunächst auf das zweite Glied. Die Formen der Bewusstseinsseele prägen sich in der Begierdenseele ab. Das Herz macht einen Veredelungs-, einen Vergeistigungsprozess durch. Es erhält die Richtung nach dem Geist. Zunächst kann das nur dann geschehen, wenn die von außen erregten Erlebnisse schweigen. In den stillen Stunden des Lebens. Vor allen Dingen während des Schlafes, wenn die Seele außer Verbindung ist mit dem Leibe, dann prägt der geistig gewordene Astralteil dem Verstandes- und Begierdenteil seinen Charakter auf. Deshalb muss dem Menschen Zeit gelassen werden zur Befestigung dessen, was die plastische Astralseele aufnimmt. Kräfte müssen sich im mittleren Seelenteil entwickeln, die dann auf das Herz wirken können. Dann wird das Herz wieder seine Kräfte frei werden lassen, sodass auch die physischen Teile für den Geist sich bilden können. Das sind dann Hellseherorgane."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p008","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p008","passage_number":8,"word_count":87,"text":"Wenn dadurch nicht mehr bloß Gedanken, sondern Bilder durch den obersten Teil der Astralseele hervorgerufen werden können, dann kann die weitere Wirkung auf das unterste Glied des Astralleibes beginnen. Der war vorher nur imstande, Sinnesorgane aufzubauen, die äußere Dinge abbildeten. Jetzt wird er fähig, diese Sinnesorgane zu Verwirklichern der inneren Dinge zu machen. Die menschlichen Wahrnehmungen sind dann nicht mehr bloß Abbilder des Äußeren, sondern sie strahlen die Dinge des Innern nach außen. Der Mensch wir zum Träger von Ursachen, während er vorher lediglich Wirkungen empfangen konnte."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p009","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p009","passage_number":9,"word_count":15,"text":"Im wachen Zustande arbeitet der Astralleib durch den dritten Teil des Ätherleibes in den Sinnen."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p010","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p010","passage_number":10,"word_count":59,"text":"Im Traumzustande zieht sich der Astralleib zurück in sich selbst; das, was der Ätherleib von den Sinnen empfangen hat, formt der Astralleib zu Bildern um. Im eigentlichen Schlafzustande befreit sich der Astralleib auch noch von diesen Empfängnissen der Sinne. Er lebt nur noch im Äther, der nicht verändert ist durch den Menschen selbst. Das allgemeine Weltleben lebt er mit."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p011","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p011","passage_number":11,"word_count":24,"text":"Dieser letztere Zustand steht mit dem wachen Leben nur durch die Ich-Vorstellung in Verbindung. Sie ist reiner Wille, der aus dem Nichts heraus erschafft."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p012","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p012","passage_number":12,"word_count":59,"text":"Der Traumzustand steht mit dem wachen Leben durch die Begierden, die Gefühle in Verbindung. Sie haben nur ein Dasein in der Seele. Man erlebt sie, aber man schaut sie nicht an. Das Hellsehen besteht in dem Anschauen dieser Welt. Sie wird dann zu Bildern, wie auch die Außenwelt durch die Sinneswerkzeuge sich in Bildern darstellt. Das ist astrales Schauen."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p013","passage_number":13,"word_count":21,"text":"Wenn aber der Wille selbst bildhaft wird, dann tritt mentales Schauen ein. Der Mensch sieht dann Gedanken, wie er Bäume sieht."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p014","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p014","passage_number":14,"word_count":32,"text":"Steigert sich dieser Zustand so weit, dass sich die Gedanken seines Schauens als selbstständige Wesen, Geistwesen, erweisen, dann nimmt Wille den Willen wahr. Und durch den Willen wahrgenommene [Hier fehlt ein Manuskriptteil]"},{"locus":"GA 46/46-03-54/p015","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p015","passage_number":15,"word_count":24,"text":"In diesem Zustande wirkt der Mensch auf den dritten, obersten Teil seines Ätherleibes selbst umgestaltend. Dieser wird immer mehr und mehr sein eigenes Geschöpf."},{"locus":"GA 46/46-03-54/p016","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/46/46-03-54/p016","passage_number":16,"word_count":78,"text":"Zuletzt wirkt dann dieses umgestaltete höchste Glied des Ätherleibes auf das zweite ein. Es macht dasselbe schöpferisch. Dieses ist zu seinen produktiven Leistungen vorher durch die Außenwelt angeregt worden. Die hervorragendste Anregung geschah durch die Wahrnehmung der Geschlechtslust. Jetzt geht die Anregung von innen aus. Die Einseitigkeit des Männlichen oder Weiblichen verschwindet damit vollständig. Es beginnt eine ungeschlechtliche zeugende Kraft dieses Ätherleibes: Budhi. Wieder wird auf den physischen Organismus gewirkt, der jetzt das Willensorgan im höchsten Sinne entfaltet."}]}