83. Beweise der Seelenunsterblichkeit

GA 46/46-04-83/p005 · original (original)

Deutlich aber zeigen die in dieser Richtung gemachten Versuche, wie wenig in der Gegenwart noch Verständnis dafür vorhanden ist, die naturwissenschaftliche Vorstellungsart so auszubilden, dass sie für das Geistgebiet ernstlich in Betracht kommen kann. - Der naturwissenschaftlich Denkende ist daran gewöhnt, dass sich sein Forschungsgebiet außerhalb seiner eigenen Seele ausbreitet. Er muss bestrebt sein, als Erkenntnis nur gelten zu lassen, was dieses Forschungsfeld offenbart, wenn die eigene Seele alles fernhält, was aus ihrem eigenen Erleben stammt. Als Naturgesetze kann er nur anerkennen, was durch die von ihm selbst und seinen Gedanken unabhängigen Tatsachen rechtfertigen, was überhaupt von menschlichen Vorstellungen unabhängig besteht. Er will deshalb auch über die Offenbarungen des Geistgebietes nur solche Ergebnisse, die aus keinem gewöhnlichen menschlichen Bewusstsein kommen. Er glaubt z.B. über die nach dem Tode etwa vorhandene Seele nur etwas erfahren zu können, wenn diese sich innerhalb der Tatsachenwelt so offenbart, wie sich eine physische Kraft offenbart. Das führt ihn zu seinen Versuchen mit den sogenannten Medien. Es sind dies Personen, bei welchen durch bestimmte Veranstaltungen das gewöhnliche menschliche Bewusstsein ausgeschaltet ist. Der physische Leib solcher Personen verhält sich wie derjenige eines Schlafenden, nur dass sie auf Fragen oder durch andere Veranlassungen eine Betätigung entwickeln, an welcher ihr eigenes bewusstes Seelenleben unbeteiligt ist. Es ist dann, als ob aus solchen Personen ein fremder Geist spräche, oder sich wie z.B. beim automatischen Schreiben sich ihrer Hand bediente, um sich kundzugeben. Könnte man dann in solchen Kundgebungen erkennen, dass sie von der Seele eines Verstorbenen herrühren müssen, so wäre damit der Beweis der Seelenfortdauer in einer Weise erbracht, welche der naturwissenschaftlich Denkende als objektiv gelten lassen möchte. Auf solche Art Beweise für die Fortdauer der Seele zu gewinnen, ist man in der Tat bemüht.

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