{"corpus":"steiner","locus":"GA 5/l02/p066","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Noch in einer anderen Art sucht der schwache Intellekt zu beweisen, dass durch das menschliche Erkennen kein Feststehendes gewonnen werden kann. Er sagt: Der Mensch sieht, hört, tastet die Dinge und Vorgänge. Was er dabei wahrnimmt, sind Eindrücke auf seine Sinnesorgane. Wenn er eine Farbe, einen Ton wahrnimmt, so kann er nur sagen: mein Auge, mein Ohr werden in einer gewissen Art bestimmt, Farbe, Ton wahrzunehmen. Nicht etwas *außer ihm* nimmt der Mensch wahr, sondern nur eine Bestimmung, eine Modifikation seiner eigenen Organe. In der Wahrnehmung werden das Auge, das Ohr und so weiter dazu veranlasst, in einer gewissen Weise zu empfinden; sie werden in einen bestimmten Zustand versetzt. Diese Zustände seiner eigenen Organe nimmt der Mensch als Farben, Töne, Gerüche und so weiter wahr. In aller Wahrnehmung nimmt der Mensch nur seine eigenen Zustände wahr. Was er Außenwelt nennt, ist nur aus diesen seinen Zuständen zusammengesetzt; ist also im eigentlichen Sinne *sein* Werk. Die Dinge, die ihn veranlassen, aus sich heraus die Außenwelt zu spinnen, kennt er nicht; nur ihre Wirkungen auf seine Organe. Einem von dem Menschen geträumten Traume gleich, der durch ein Unbekanntes veranlasst wird, erscheint die Welt in dieser Beleuchtung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"2. Der Übermensch","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":194,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/5/l02/p066","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["RSPI1960"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/5/l02/p066"},{"lang":"en","edition":"RSPI1960","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 5/c01_2/p066","anchor_mapped":true,"anchor_method":"curated","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/5/c01_2/p066"}]}