3. Nietzsches Entwicklungsgang
Wie der Zug der Heiligung oder Reinigung durch die alte Welt geht (die Waschungen und so weiter), so geht der der Verleiblichung durch die christliche: der Gott stürzt sich in diese Welt, wird Fleisch und will sie erlösen, das heißt mit sich erfüllen; da er aber ‹die Idee› oder ‹der Geist› ist, so führt man (zum Beispiel Hegel) am Schlusse die Idee in alles, in die Welt, ein und beweist, ‹dass die Idee, dass Vernunft in allem sei›. Dem, was die heidnischen Stoiker als ‹den Weisen› aufstellten, entspricht in der heutigen Bildung ‹der Mensch›, jener wie dieser ein — fleischloses Wesen. Der unwirkliche ‹Weise›, dieser leiblose ‹Heilige›, der Stoiker, wurde eine wirkliche Person, ein leiblicher ‹Heiliger›, in dem fleischgewordenen Gotte; der unwirkliche ‹Mensch›, das leiblose Ich, wird wirklich werden im leibhaftigen Ich, in Mir.