{"corpus":"steiner","locus":"GA 5/l04/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zu solchen Vorstellungen ist Nietzsche durch die *Schopenhauersche* Philosophie gekommen. Er hat einfach die «Welt als Wille und Vorstellung» in das Künstlerische umgesetzt. Die Welt der Vorstellung ist nicht die wirkliche; sie ist nur ein subjektives Abbild, das unsere Seele von den Dingen erschafft. Durch *Betrachtung* kommt der Mensch nach Schopenhauers Meinung überhaupt nicht zu dem eigentlichen Wesen der Welt. Dieses enthüllt sich ihm in seinem Willen. Die Kunst der Vorstellung ist die apollinische; die des Willens die dionysische. Nietzsche brauchte nur einen kleinen Schritt über Schopenhauer hinauszugehen, und er war dort angelangt, wo er in der «Geburt der Tragödie» steht. Schopenhauer selbst hat der Musik schon eine Ausnahmestellung unter den Künsten angewiesen. Er nennt alle anderen Künste bloße Abbilder des Willens; die Musik nennt er eine unmittelbare Äußerung des Urwillens selbst.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die Philosophie Nietzsches als psycho-pathologisches Problem","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":132,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/5/l04/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["RSPI1960"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/5/l04/p005"},{"lang":"en","edition":"RSPI1960","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 5/l02/p005","anchor_mapped":true,"anchor_method":"curated","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/5/l02/p005"}]}