5. Friedrich Nietzsches Persönlichkeit und die Psycho-Pathologie

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In Nietzsches Seelenleben finden sich eine Reihe von ans Pathologische grenzenden Zügen, die an Heinrich Heine und an Leopardi erinnern, die auch sonst viel ähnliches mit ihm haben. Heine wurde von Jugend auf von düstersten Melancholien gequält, litt an traumartigen Zuständen; und auch er wusste später aus der elendesten Körperverfassung, aus zunehmendem Siechtum die Ideen zu schöpfen, die denen Nietzsches nicht ferne stehen. Ja, man findet in Heine geradezu einen Vorläufer Nietzsches in bezug auf die Gegenüberstellung von apollinischer oder ruhig betrachtender Lebensauffassung (vgl. «Die Philosophie Friedrich Nietzsches als psycho-pathologisches Problem», oben, S.127) und dionysisch-dithyrambischer Lebensbejahung. Und auch Heines Geistesleben bleibt vom psychologischen Gesichtspunkte aus unerklärlich, wenn man nicht den pathologischen Kern in seiner Natur berücksichtigt, den er von seinem Vater ererbt hat, der eine degenerative, wie ein Schatten durchs Leben schleichende Persönlichkeit war.

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