{"corpus":"steiner","locus":"GA 53/1904-12-15/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Kein Geheimlehrer wird sich darauf einlassen, einen Menschen, der von Aberglaube, vom Vorurteil derbster Art beseelt ist, oder dazu neigt, unvernünftig zu urteilen oder jeder Illusion sich hinzugeben, zu unterrichten. Das ist die goldene Regel, daß der Mensch versucht, ehe er die erste Stufe erreichen will, sich freizumachen von jeder Irrlichterei des Gedankens, von jedem Aberglauben und jeder Möglichkeit, die die Illusion für Wirklichkeit nehmen könnte. Vor allen Dingen hat der Geheimschüler ein vernünftiger Mensch zu sein, der sich nur der strengen Folge seiner Gedanken und seiner Beobachtungen hingibt. Wenn Sie in der sinnlichen Wirklichkeit sich einem Vorurteil, einem Aberglauben hingeben, dann wird es in der sinnlichen Wirklichkeit bald korrigiert. Wenn der Mensch aber nicht logisch denkt, sondern phantasiert, dann ist die Korrektur nicht so leicht. Daher ist es notwendig, bevor man in die Seelenwelt und in das Geisterland eintritt, völlig sicher in seinem Gedankenleben zu sein und strenge Kontrolle üben zu können in seinen Gedanken. Wer daher leicht zu Phantastik und Aberglaube und zu Illusionen neigt, der ist ungeeignet, in die Vorschule der Geisteslehre zu treten. Es könnte leicht entgegnet werden: Ich bin frei von Phantastik, Aberglaube und Illusion. - Das wird man sich leicht vortäuschen. Freiheit von Vorurteil, von Phantastik und Illusion, und Freiheit von Aberglaube, das sind Dinge, die durch strenge Selbstzucht erworben werden müssen; das sind Dinge, die nicht so leicht für jeden einzelnen Menschen zu haben sind. Man denke, wie die meisten Menschen irrlichtelieren und nicht imstande sind, durch die eigene Macht ihres Willens ihre Gedanken streng zu regeln.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vom inneren Leben","site_heading":null,"date":"1904-12-15","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/53/1904-12-15/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/53/1904-12-15/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/53/1904-12-15/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1904-12-15_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}