{"corpus":"steiner","locus":"GA 53/1904-12-15/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jeder kann den Geheimpfad gehen, niemandem ist er verschlossen. In jedes Menschen eigener Brust liegen die Geheimnisse. Es bedarf nur ernster innerer Arbeit und des Umstandes, daß der Mensch sich freimachen kann von allen Hindernissen, die dieses intime innere Leben hemmen. Das Entfernteste und Größte in der Welt wird uns auf den intimsten Wegen kund. Dessen müssen wir uns klar sein. Die größten Weisen der Menschheit haben nicht auf einem anderen Wege als auf dem beschriebenen die großen Wahrheiten erlangt. Sie haben sie erlangt, weil sie den Weg in ihr Inneres gefunden haben, weil sie gewußt haben, daß sie Geduld und Standhaftigkeit in diesen Verrichtungen üben müssen. Wenn der Mensch auf diese Weise sein Inneres vertieft, wenn er von den Gedanken, die von außen auf ihn einstürmen, sich zu den Gedanken erhebt, die eine Ewigkeit bedeuten, dann facht er in sich die Flamme an, die ihm leuchtet über die Seelenwelten hin. Wenn der Mensch in sich selber die höheren Eigenschaften der Gelassenheit, der Ruhe und des Friedens im Inneren entwickelt und die Eigenschaften, die wir genannt haben, dann nährt er die Flamme, so daß sie unterhalten wird. Und wenn der Mensch imstande ist, schweigsam zu sein und nicht mehr Worte als solche in die Welt hinauszusenden, sondern Liebe zu leben, daß das, was Leben sein soll, Gottesdienst wird, dann fängt die Welt für ihn an zu tönen. Das ist dasjenige, was man pythagoreische Sphärenmusik nennt. Das ist nicht etwa ein Symbol, sondern eine Wirklichkeit. Nur Andeutungen konnte ich geben, welche den Weg zeigen zu dem Pfad, der zu einem engen Tor führt. Jeder kann zu dem engen Tor kommen, und wer Mittel und Mühe nicht scheut, dem wird es aufgetan, und er findet, was er in den großen Weltanschauungen der Menschheit mitgeteilt bekommen hat: Die urewige einzige Wahrheit und den Weg des Lebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vom inneren Leben","site_heading":null,"date":"1904-12-15","location":null,"word_count":303,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/53/1904-12-15/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/53/1904-12-15/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/53/1904-12-15/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1904-12-15_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}