{"corpus":"steiner","locus":"GA 54/1905-10-05/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zunächst gibt es einen Übergang, den jeder kennt, zwischen dem äußerlichen Leben der Sinneswahrnehmung und jenem Leben, das selbst im tiefsten Schlafe nicht erstirbt. Dieser Übergang ist das Chaos der Träume. Jeder kennt es, meist nur als Nachklang dessen, was er am Tage erlebt hat. Wie sollte er auch im Schlafe etwas Neues aufnehmen können? Der innere Mensch hat ja noch keine Wahrnehmungsorgane. Aber etwas ist doch vorhanden. Leben ist da. Was aus dem Körper beim Schlafe herausgetreten ist, das erinnert sich, und diese Erinnerung steigt in mehr oder weniger verworrenen Bildern in dem Schlafenden auf. Wenn Sie sich weiter über diese Dinge informieren wollen, so nehmen Sie die Aufsätze «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» zur Hand. An Stelle des Chaos beginnt dann nach und nach Ordnung und Harmonie in das Reich der Träume zu kommen. Dies ist ein Zeichen dafür, daß der Mensch anfängt, sich geistig zu entwickeln; und dann sieht er im Traume nicht bloß die Nachklänge der Wirklichkeit in chaotischer Weise, sondern auch Dinge, die es für das gewöhnliche Leben gar nicht gibt. Gewiß werden die Leute sagen, welche auf dem Gebiete des Tastbaren, auf dem Gebiete des Sinnlichen bleiben wollen: Das sind ja nur Träume.— Wenn Sie aber dabei Einsicht in die höchsten Weltgeheimnisse erlangen, so kann es Ihnen eigentlich ganz gleichgültig sein, ob Sie sie im Traume oder auf sinnliche Weise erhalten haben. Denken Sie, Graham Bell hätte das Telephon im Traume erfunden. Darauf käme es doch heute gar nicht an, wenn das Telephon auf jeden Fall zu einer bedeutsamen und nützlichen Einrichtung geworden wäre. Das klare und geordnete Träumen ist also der Anfang.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Haeckel, die Welträtsel und die Theosophie","site_heading":null,"date":"1905-10-05","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/54/1905-10-05/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/54/1905-10-05/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/54/1905-10-05/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 34/haeckel's_riddle_and_theosophy","ga":"34","lecture":"haeckel's_riddle_and_theosophy","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"},{"locus":"GA 54/haeckels_riddle_of_the_universe","ga":"54","lecture":"haeckels_riddle_of_the_universe","kind":"renderings","relation":"another translation or transcription of the same lecture"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}