{"corpus":"steiner","locus":"GA 54/1906-02-15/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Den Astralleib hat schon das Tier. Es hat Lust, Freude und Schmerz. Was aber in der höchsten Ausgestaltung bei den Führern der Menschheit und in der Anlage bei allen Menschen vorhanden ist, das ist der ewige Wesenskern des Menschen, der von Verkörperung zu Verkörperung fortschreitet. Wenn der Mensch nun stirbt, was bleibt da vorhanden und was vergeht? Der physische Körper, das was man mit Augen sieht und mit Händen tasten kann, das wird der Erde übergeben. Der Ätherleib geht im allgemeinen Lebensäther auf, und zwar kurze Zeit, nicht lange nachdem wir durch den Tod gegangen sind. Das dritte ist der Astralleib, dasjenige, an dem der Mensch schon gearbeitet hat. Nehmen Sie eine solche Seele, die im Kulturmenschen lebt, da haben Sie den inneren Wesenskern und dann die Summe der Triebe und Leidenschaften. Beim Wilden, auf der ersten Stufe der Verkörperung, haben Atma, Buddhi, Manas wenig an den Instinkten gearbeitet. Daher sind sie auch noch tierisch. Was tut der geistige Wesenskern? Er arbeitet fortwährend, indem er die tierischen Leidenschaften veredelt. Dadurch unterscheidet sich der Kulturmensch von dem Wilden, daß der Astralleib bei ihm nicht mehr tierisch ist. Dann stirbt der Mensch und gehrt in die geistig-seelische Welt. Da sieht man, was noch in ihm war als Trieb aus der erstmaligen Verkörperung. Tritt der Mensch zum ersten Male in die Verkörperung, so sind die tierischen Leidenschaften ungeläutert. Er verzehrt seine Mitmenschen und so weiter. Dann treten die Folgen auf. Da fängt er an, im gröbsten etwas zu begreifen. Wir nehmen den radikalen Fall an, daß er sich sagt, wenn ich den andern verzehren kann, kann der andere auch mich verzehren. Er begreift, daß er vielleicht auch aufgefressen werden kann. Es wird ihm im letzten Moment klar, wozu es führt, und da dämmert in ihm sein erstes sittliches Bewußtsein auf, ganz dämmerhaft. Da läutert er dann seinen Trieb durch das Urteil, das er sich gebildet hat, und dieses Urteil kommt aus seinem geistigen Wesenskern. Was er als Urteil ausgebildet hat, tritt bei der zweiten Verkörperung als Anlage auf. Er ist ein wenig edler geworden. Und jetzt läutert er immer mehr und mehr seine Leidenschaften und Triebe. Er erhöht sie von Verkörperung zu Verkörperung. Das ist es, was wirklich geschieht, wenn der Mensch stirbt. Der physische Leib wird der Erde übergeben, der Ätherleib geht in dem Lebensäther auf. Was geschieht nun mit dem Menschen, was tritt jetzt ein?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Wiederverkoörperung und Karma","site_heading":null,"date":"1906-02-15","location":null,"word_count":394,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/54/1906-02-15/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/54/1906-02-15/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/54/1906-02-15/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}