Der Ursprung des Bösen

GA 55/1906-11-22/p011 ·1906-11-22 · original (original)
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Man darf nicht sagen, die Welt sei unvollkommen, weil das Böse in ihr ist. Vielmehr ist sie gerade darum vollkommen. Wenn in einem Gemälde herrliche Lichtgestalten und böse Teufelsfratzen zugleich dargestellt sind, so würde man das Bild doch vernichten, wenn man die Teufelsfratzen herausschneiden wollte. Die Weltenschöpfer brauchten das Böse, um das Gute zur Entfaltung zu bringen. Was sich erst am Felsen des Bösen brechen muß, ist ein Gutes. Durch Selbstliebe nur kann es die All-Liebe zu ihrer höchsten Blüte bringen. Darum hat Goethe so recht, wenn er im Faust den Mephisto sagen läßt:

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