Wie begreift man Krankheit und Tod?

GA 55/1906-12-13/p006 ·1906-12-13 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wer nicht an der Oberfläche des Verständnisses der alt- und neutestamentlichen Urkunden bleibt, sondern wirklich in ihren Geist eindringt, der weiß, daß eine ganz bestimmte, man möchte sagen naturphilosophische Denkweise die Unterströmung dieser alt- und neutestamentlichen Denkweise bildet. Diese Unterströmung ist etwa die folgende: Alles, was an Lebensschöpfung in der Welt vorhanden ist, richtet sich nach einem ganz bestimmten Ziel hin. Die niederen Wesen sind noch neutral gegen Lust und Leid, Freude und Schmerz. Wir finden dann, wie sich das Leben steigert und etwas damit verbunden wird. Derjenige, dem schaudert, wenn man von Zielstrebigkeit spricht, der möge bedenken, daß hier nicht eine Theorie gedacht ist, sondern daß es sich hier um eine reine Tatsache handelt: das ganze Reich der Lebewesen bis zum Menschen hinauf nähert sich einer bestimmten Tatsache, die sich darin zeigt, daß an der Spitze der Lebewesen ein persönliches Bewußtsein möglich ist.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/55/1906-12-13/p006.json
Cite: GA 55/1906-12-13/p006 · edition original