Der Lebenslauf des Menschen vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte

GA 55/1907-02-28/p006 ·1907-02-28 · original (original)
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Wir wollen den Menschen betrachten von der Geburt bis zum Tode, und wollen die ganze Wesenheit des Menschen dabei berücksichtigen. Dann müssen wir allerdings nicht vergessen, daß der Mensch bei Beginn seines physischen Daseins bereits etwas mitbringt, daß er uns nicht wie etwas Neugebildetes entgegentritt, sondern wie ein Wesen, das schon wiederholte Erdenleben hinter sich hat und in diesen Erdenleben sich den Grundcharakter seiner Individualität bereits geholt hat. Wollen wir verstehen, was der Mensch bei seiner Geburt sich mitbringt, so müssen wir den Menschen betrachten nach dem Tode. Denn daraus wird sich uns ergeben, was sich der Mensch durch den Zeitraum vom Tode bis zur neuen Geburt aufbewahrte, um es bei der neuen Geburt mitzubringen.

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