{"corpus":"steiner","locus":"GA 55/1907-02-28/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jetzt ist nach dem Tode noch der Astralleib des Menschen da. Um uns klarzumachen, welches Leben jetzt der Astralleib führt, stellen wir uns vor: alles, was der Mensch auch an den niedrigsten Genüssen erlebt, bleibt an seinem Astralleib haften. Der physische Leib fühlt nicht die Freude und hat keine Begierden; er ist das Werkzeug des Astralleibes, und der hat daran seine Freude und seinen Genuß. Wenn wir zum Beispiel einen Feinschmecker vor uns haben, so hat nicht sein physischer Leib Genuß an den Genußmitteln, sondern der Astralleib empfindet ihn, indem er sich des physischen Werkzeuges zum Genuß bedient. Die Sucht zu genießen bleibt auch, wenn er den physischen Leib abgelegt hat; nur die Werkzeuge fehlen jetzt. Daraus ersehen Sie die Natur des Astralleibes, wie der jetzt nach dem Tode lebt. Es ist so, wie wenn Sie durch eine Gegend gehen, lechzend vor Durst, aber diesen Durst nicht befriedigen können, weil weit und breit keine Quelle ist. In ähnlicher Weise empfindet der Astralleib aus einem guten Grunde Begierden, Genußsucht, Affekte, die er früher gehabt hat, als einen brennenden Durst — nicht weil die Dinge nicht da sind, sondern weil ihm die Organe fehlen, um den Genuß zu befriedigen. Gerade deshalb haben die Religionen die Feuerqualen, die der Mensch nach dem Tode zu bestehen hat, als Beispiel dafür hingestellt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Lebenslauf des Menschen vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte","site_heading":null,"date":"1907-02-28","location":null,"word_count":217,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/55/1907-02-28/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/55/1907-02-28/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/55/1907-02-28/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}