Der Lebenslauf des Menschen vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte
Um das fünfunddreißigste Jahr herum, da liegt des Menschen Lebensmitte, was alle Zeiten, die etwas gewußt haben von der Geisteswissenschaft, als etwas ungeheuer Wichtiges angesehen haben. Denn während bis zum einundzwanzigsten Jahre der Mensch aus seinen drei Leibern herausgeholt hat, was in ihm veranlagt ist, und bis zum achtundzwanzigsten Jahre aus der Umgebung herausgeholt hat, was sie ihm frei bieten konnte, beginnt er jetzt frei an seinen Leibern zu arbeiten, zuerst seinen astralen Teil zu festigen. Vorher hat er zu lernen gehabt aus der Umgebung und von der Umgebung; jetzt wird sein Urteil so, daß es eine gewisse Tragkraft bekommt für die Umgebung, und der Mensch tut wohl, wenn er vorher mit seinem Urteil über die Welt nicht zu stark abschließt. Erst gegen das fünfunddreißigste Jahr zu sollten wir unser Urteil verfestigen. Dann wird der Astralleib immer dichter und dichter. Haben wir bis dahin geübt, so dürfen wir jetzt ausübend werden. Jetzt fängt unser Urteil an, für die Umgebung etwas zu bedeuten. Jetzt, wo es heißt, mittun für die Welt, beginnt der Mensch sein Urteil in die Waagschale zu legen. Nun wird aus dem Wandernden ein Ratender, und nun können sich die andern nach ihm richten.