Der Lebenslauf des Menschen vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte

GA 55/1907-02-28/p022 ·1907-02-28 · original (original)
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Mit dem fünfunddreißigsten Jahre beginnt es, daß die Erfahrungen zu einer Art von Weisheit werden können. Mit dem fünfunddreißigsten Jahre ist der Zeitpunkt eingetreten, der sich auch im physischen Leben dadurch kennzeichnet, daß der Astralleib und Ätherleib sich von der Welt zurückziehen. Bis zum einundzwangzigsten Jahre und darüber hinaus wirkt der Astralleib im Ich, im Blut und Nervensystem. Da wirkt er wachsend, verfestigend, konsolidierend, der Mensch bekommt in dieser Beziehung eine gewisse Festigkeit. Was sich in seiner Gefühls- und Gedankenwelt richtig kristallisiert, das wird er in Einklang und zum Ausdruck bringen in Mut und Geistestätigkeit. Daher können wir diese Zeit auch die Zeit der Ausbildung des Blut- und Nervensystems nennen. Diese Zeit ist physisch abgeschlossen etwa gegen das fünfunddreißigste Jahr zu, wo sich der Ätherleib mehr zurückzieht von dem Wirken im äußeren physischen Leibe. Daher die Eigenart, daß von dieser Mitte an der Mensch allmählich aufhört, sich zu vergrößern; er konsolidiert sich, das Fett fängt an sich abzulagern, und die Muskeln gewinnen an Stärke. Das rührt aber nur davon her, daß der Ätherleib beginnt, sich zurückzuziehen. Daher werden auch die Kräfte des Ätherleibes frei, weil sie nicht mehr an dem physischen Leib zu arbeiten haben, und es gliedert sich zusammen mit dem, was der Mensch innerlich ausgebildet hat. Da wird der Mensch weise, Daher haben die Alten wohl gewußt, daß der Rat eines Menschen im öffentlichen Leben erst dann eine Bedeutung haben kann, wenn der Ätherleib sich zurückzieht vom physischen Leibe: dann kann er eintreten ins öffentliche Leben, und seine Anlagen haben für Staat und öffentliches Leben eine Bedeutung.

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