Wer sind die Rosenkreuzer?

GA 55/1907-03-14/p013 ·1907-03-14 · original (original)
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Nicht sind etwa die rosenkreuzerischen Methoden unchristlich oder antichristlich. Davon kann keine Rede sein. Dasjenige, was das Christentum dem Menschen an Schulung bieten kann, das wird auch in der rosenkreuzerischen Methode geboten. Aber zu gleicher Zeit erwirbt sich derjenige, der eine Rosenkreuzerschulung durchmacht, die Fähigkeit, die geheim- und geisteswissenschaftlichen Errungenschaften in vollem Einklang zu sehen mit der ganzen modernen Bildung, mit alledem, was modernes Fühlen und moderne Anschauung von der Natur des Geistes notwendig macht. Für lange Jahrhunderte in die Zukunft hinein werden die rosenkreuzerischen Methoden die richtigen Methoden der Einweihung in das geistige Leben sein. Als sie begründet worden sind, galten für ihre Anhänger gewisse Regeln. Diese Regeln gelten im Grunde genommen auch heute noch. Weil diese Regeln streng eingehalten werden von allen denen, die wirklich Rosenkreuzer sind, deshalb ist es für Außenstehende unmöglich, den Rosenkreuzer zu erkennen. Nie erkenne einer den anderen, das ist die erste Regel, die nur in Jletzter Zeit eine kleine Änderung erfahren hat. Ihr sollt die Weisheit im engsten Kreise pflegen, Ihr sollt aber die Resultate, die Früchte der Weisheit allen Menschen zugängJich machen. Deshalb trug der Rosenkreuzer bis vor kurzem dasjenige, wodurch er in die Tiefe der Natur hineinschaut, niemals vor das Publikum. Keine Theorie, kein Begriff, keine Idee, nichts von irgendwelchen Vorstellungen und Erkenntnissen wurde da gegeben, sondern Arbeiten wurden geleistet, welche die Kultur vorwärtsbringen und wodurch die Weisheit dem Volke in einer Weise eingeimpft wurde, daß die Außenstehenden nicht viel davon merken konnten.

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