Wer sind die Rosenkreuzer?
Das fünfte besteht in dem, was man die Erkenntnis des Mikrokosmos, der kleinen Welt, nennt. Das führt uns auf das zurück, was Paracelsus gesagt hat und worauf ich schon oft hingewiesen habe: Alle Dinge, die um uns herum sind, würden, wenn wir aus ihnen einen Auszug nehmen könnten, als Extrakt den Menschen ergeben. Der Mensch hat in sich diejenigen Stoffe und Kräfte, welche als kurze Rekapitulation der ganzen übrigen Natur erscheinen, so daß, wenn wir die Natur um uns sehen, wir sagen können, was draußen in der Natur ist, ist im großen das Urbild von dem, was in uns allen als Nachbild erscheint. Nehmen wir zum Beispiel das Licht. Was hat nun dieses Licht im Menschen bewirkt? Wenn es kein menschliches Auge gäbe, so könnte es nicht das Licht gewahr werden. Die Welt wäre finster und dunkel für uns. Aber ebenso wie Tiere, wenn sie in finstere Höhlen einwandern, wie zum Beispiel in die Höhlen von Kentucky, das Sehvermögen verlieren, so wird auf der anderen Seite das Auge vom Lichte selbst geschaffen. Wir hätten kein Auge, wenn es kein Licht gäbe. Das Licht hat erst unsere Sehorgane aus der Haut, aus dem Organismus herausgelockt. Das Auge, hat Goethe gesagt, ist vom Licht und für das Licht, das Ohr vom Ton und für den Ton geschaffen. Alle Dinge sind aus der großen Welt, dem Makrokosmos, herausgeboren. Darin beruht das Geheimnis, daß man unter gewissen Anleitungen und Anweisungen, durch eine Vertiefung in den Körper hinein, nicht bloß die leibliche, sondern auch die geistige Welt ergründen und die uns umgebende Natur erkennen lernen kann. Wer unter gewissen Bedingungen lernt, mit gewissen Gedankenformen sich meditativ ganz in das Innere des Auges zu versenken, der lernt die innere, wesentliche Natur des Lichtes erkennen. Zwischen den Augenbrauen, an der Nasenwurzel, ist ein Punkt, der in dieser Beziehung auch von hoher Bedeutung ist. Wenn man sich in ihn vertieft, dann lernt man bedeutsame, wichtige Vorgänge in der geistigen Welt kennen, die sich abgespielt haben, als diese Partie des Kopfes sich aus der umliegenden Welt herausgebildet hat. So lernt man die geistige Zusammenfügung des Menschen kennen. Aus geistigen Wesenheiten und Kräften heraus ist der Mensch ganz und gar gebildet. Wenn er sich daher in seine Form vertieft, lernt er die Wesenheiten und geistigen Kräfte erkennen, die seinen Organismus, die seine Form aufgebaut haben.