Wer sind die Rosenkreuzer?
Eine Bemerkung muß hier noch gemacht werden. Dieses Versenken ins Innere des Menschen, ebenso wie die anderen Übungen, die hinunterarbeiten in das Leibliche, durch die vom Ich aus in den physischen Leib hineingearbeitet wird — Atman kommt von Atmen —, sollten nicht ohne Vorbereitung vorgenommen werden. Wenn man damit zu arbeiten anfängt, muß man eigentlich geistig schon vorgearbeitet haben. Deshalb wird in der Rosenkreuzerschulung auch streng auf Gedankenschulung gehalten. Es ist auch bei dieser Schulung für den Schüler die große Moral, ein fester innerer Wesenskern nötig. Wenn er diese nicht hat, so kann er straucheln. In jedes Glied kann er sich meditativ versenken, und Welten gehen ihm in seinem Inneren auf. Niemand kann die wahre Natur des Alten Testamentes kennenlernen ohne eine solche Versenkung in das eigentlich menschliche Innere, allerdings nach bestimmten Vorschriften, die ihm in der geisteswissenschaftlichen Schulung gegeben werden können. Alle diese Dinge sind aus der Geisteswissenschaft, aus Einblicken in die geistige Welt heraus geschrieben. Daher kann man sie auch nur verstehen, wenn man imstande ist, sie wieder in sich aufzusuchen. Der Mensch ist aus dem Makrokosmos herausgeboren, und er muß als Mikrokosmos die darin wirkenden Kräfte und Gesetze wieder in sich finden. Nicht als Anatom kann man den Menschen in sich kennenlernen. Nur dann kann man das, wenn man lernt, in sein eigenes Inneres zu blicken, das dann in einzelnen Gebieten leuchtend und tönend wird. Jedes Organ hat seine bestimmte Farbe und seinen bestimmten Ton, wenn das Ganze bloßgelegt wird vor der nach innen schauenden Seele. Wenn der Mensch durch die Rosenkreuzerschulung in seinem Innern kennengelernt hat, was aus dem Makrokosmos heraus geschaffen worden ist, dann kann er in sich die Dinge kennenlernen, die im Makrokosmos sind. Hat der Mensch, durch Versenkung in sein Auge oder in den Punkt über der Nasenwurzel, sein Inneres erkannt, dann kann er herausgehen und die großen Gesetze im großen Kosmos geistig erkennen. Und er lernt dann aus eigener Anschauung geistig dasjenige erkennen, was ein inspirierter Genius im Alten Testament beschrieben hat, er sieht es in der Akasha-Chronik und kann die Menschheitsentwicklung durch Jahrmillionen hindurch verfolgen.