Wer sind die Rosenkreuzer?

GA 55/1907-03-14/p050 ·1907-03-14 · original (original)
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Das kann man alles durch eine solche Schulung wirklich erkennen. Das ist aber eine andere Schulung als die gewöhnliche. Man darf nicht glauben, daß Selbsterkenntnis durch planloses Hineinbrüten in sich errungen wird oder daß, wenn man hineinschaut in sich, der Gott im Inneren zu sprechen anfängt, wie das heute häufig gelehrt wird. Nein, man muß in seine Organe sich vertiefen, um dann das große Selbst der Welt erkennen zu können. Wahr ist es: durch alle Zeiten geht der Spruch «Erkenne dich selbst», aber ebenso wahr ist es, daß das höhere Selbst nicht durch das eigene Innere zu erkennen ist, sondern, wie schon Goethe, der große Seher, sagt, indem man seinen Geist zum Universum erweitert. Das geschieht auf der sechsten Stufe der rosenkreuzerischen Schulung, wenn man auf diese Weise geduldig seinen Weg geht. Nicht bequem ist der Weg. Man muß in sein Wesen untertauchen. Man kann nicht zufrieden sein mit Phrasen und Allgemeinheiten. Man muß in jedes Wesen eintauchen, es liebevoll in sich aufnehmen. Jede Bequemlichkeit muß einem fremd werden. Untertauchen muß man in die Wesen, im Konkreten, im Besonderen die Wesen kennenlernen, nicht herumreden über, was man so nennt: Harmonie mit der Welt, Einswerden mit der Weltenseele, Zusammenschmelzen mit der Welt. Solche Phrasen sind nichts wert gegenüber der Rosenkreuzerschulung, die nicht von Harmonie mit dem Unendlichen schwätzt oder sich in ähnlichen Phrasen ergeht, sondern die Kräfte in der Menschenseele lebendig werden läßt.

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