Wer sind die Rosenkreuzer?
Wenn der Mensch sein Selbst so zu erweitern versucht hat, dann wird die siebente Stufe der Seele nicht mehr fern liegen. Dann verwandelt sich Erkenntnis in Gefühl, dann geht das, was in seiner Seele lebendig ist, in Empfindung über, und er hört auf, sich nur in sich selbst zu fühlen. Er fängt an, sich in jedem Wesen zu fühlen. Wenn er untergetaucht ist in jeden Stein, in jede Pflanze, in jedes Tier, dann fühlt er mit Pflanze, Stein und Tier, und es sagt, es offenbart ihm jedes einzelne Ding seine Wesenheit, nicht in Worten, nicht in Begriffen, sondern im innersten Gefühl. Dann beginnt jene Zeit, wo ihn ein allgemeines Netz von Sympathie mit den Wesen verbindet, wo er sich in alle Wesen hineinlebt. Dies Hineinleben in alle Wesen nennt man die siebente Stufe, die Gottseligkeit, das selige Ruhen in allen Wesen. Wenn der Mensch sein Selbst verbunden fühlt mit allen übrigen Wesenheiten, nicht mehr in seiner Haut lebt, sondern eingegangen ist in alle Wesen, mitfühlt mit allen Wesen, wenn er ausgebreitet ist in dem ganzen Weltenraum, so daß er zu allem sagen kann: «Das bist du», wenn er ganz Gefühl, ganz Seligkeit geworden ist, dann darf das gesagt werden, was Goethe aus der Rosenkreuzerschulung heraus in seinem Gedichte «Die Geheimnisse» ausspricht: