Bibel und Weisheit

GA 55/1907-04-26/p014 ·1907-04-26 · original (original)
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Wenn wir in der materiellen Welt tierische Gestalten sich körperlich zu einer edien Menschenform entwickeln sehen, so berechtigt das nicht zu der Annahme, daß der Mensch sich aus den Tieren herausentwickelt habe, auch wenn die Naturwissenschaft festgestellt hat, daß in bezug auf die physische Gestalt des Menschen eine größere Ahnlichkeit zwischen den niedrigstentwickelten Menschen und den höchstentwickelten Affen, als zwischen den niederen Affen und den höchsten Affenarten bestehe. Von diesem Verhältnis leitet ja die Naturwissenschaft die Verwandtschaft des Menschen mit dem Affen ab. Dies hat im Jahre 1859 wie eine große Ketzerei der große Naturforscher Huxley ausgesprochen. Ein großer Teil dessen, was Sie in Haeckels Schriften lesen, ist unter dem unmittelbaren Gemütseindruck dieses Satzes geschrieben. Derjenige, der an die geistige Entwicklung glaubt, sagt sich: Wohlan, zugegeben, daß der Mensch in bezug auf seine äußere Form, seine Körperlichkeit dem höchstentwickelten Affen näher steht als dieser dem niedrigsten seiner eigenen Gattung, aber ebenso wahr ist es auch, daß derjenige, der eine bestimmte Stufe der Geistigkeit erreicht hat, dem auf niederen Stufen der Menschheit Stehenden ferner steht als der niedrigste Mensch dem höchstentwickelten Tiere.

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Cite: GA 55/1907-04-26/p014 · edition original