{"corpus":"steiner","locus":"GA 55/1907-04-26/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Verfolgen wir den Faden der Entwicklung in die höheren Gebiete, so sehen wir ihn sich in geistige Gebiete hinein fortsetzen, und in dem Geistigen sehen wir die von der Geisteswissenschaft geschilderte Entwicklung als etwas ebenso Wirkliches, wie es für die sinnlichen Augen die materielle Entwicklung ist. Theosophie hat es zu allen Zeiten gegeben. Schon . . . sagt, daß das alte indische Atma Vidya dasselbe ist, daß es aber zu den verschiedenen Zeiten mit den verschiedensten Namen benannt wurde. Die heutige Naturforschung anerkennt eine Entwicklung von den niederen tierischen Formen bis zum Menschen. Dagegen sagte die Theosophie zu allen Zeiten: wir erkennen auch eine solche Entwicklung an, wir stehen durchaus auf dem Boden solcher Entwicklung, wir erkennen an, daß es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen der vollkommenen Gestalt des Menschen und einem niederen Tiere, das im Meerschlamme lebt und kaum dem mit dem Mikroskop bewaffneten Auge sichtbar ist. Durch wie viele Zwischenstufen muß der Mensch hindurchschreiten, wenn er vom Unvollkommenen zum Vollkommenen vorrückt! Als ebenso wirklich und real sieht der Geisteswissenschafter die Entwicklung der Seele und des Geistes an. Er sieht ebenso große Unterschiede zwischen solchen Individualitäten, die Eingeweihte geworden sind, die in einem höheren Grade die in der Seele eines jeden Menschen liegenden Eigenschaften zu göttlichem Schauen gebrauchen, und demjenigen Menschen, der kaum die ersten Keime der Seelentätigkeit entwickelt hat. Der Unterschied in der Entwicklung vom Unvollkommensten der niedrigsten Seelenstufe bis zu dem vollkommenen Eingeweihten ist größer als der zwischen dem kleinsten Lebewesen und dem vollkommensten Körper des Menschen. Wer weiß, daß es Eingeweihte gibt, die tief hineinschauen können in die Entwicklung der materielJen Dinge, der weiß, daß es auch geistige Entwicklung gibt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Bibel und Weisheit","site_heading":null,"date":"1907-04-26","location":null,"word_count":274,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/55/1907-04-26/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/55/1907-04-26/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/55/1907-04-26/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}