Bibel und Weisheit

GA 55/1907-04-26/p025 ·1907-04-26 · original (original)
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Nun müssen wir uns an den Sprachgebrauch erinnern, der ganz aus unserem Bewußtsein verschwunden ist. Ich möchte Ihnen das, worum es sich handelt, mit ein paar Worten vorführen. Heute ist der Name, den wir dem Menschen geben, mehr oder weniger gleichgültig. Wir fühlen keinen rechten Zusammenhang zwischen dem Menschen und seinem Namen. Je weiter zurück man geht, desto bedeutungsvoller und wesentlicher wird der Name, man legte Wert auf gewisse Gesetze, durch die der Mensch einen Namen bekommt. Ich brauche nur zu erinnern, daß es nicht sehr lange her ist, als noch die Gepflogenheit bestand, daß man in den Kalender schaute und dem neugeborenen Kinde den Namen gegeben hat, der am Tage seiner Geburt im Kalender stand. Man nahm an, daß das Kind sich hingedrängt fühlte zur Geburt an dem Tage, der diesen Namen trug. Derjenige, welcher die Einweihung durchgemacht hat, die ich beschrieben habe, hat einen neuen Namen erhalten, den Einweihungsnamen, und dieser bezeichnete seine innere Wesenheit, bezeichnete das, was er bedeutet in der Welt, das als was ihn der Führer erkannte. Dieser Name war mit seinem Wesen verknüpft und drückte das aus, was nur die innere Wesenheit angeht.

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Cite: GA 55/1907-04-26/p025 · edition original