Bibel und Weisheit
Man unterscheidet vier Glieder der menschlichen Wesenheit: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Dieses Ich wird immer größer und größer, dieses Ich ist so, daß es sich zur Einweihung hinaufentwickelt, dieses Ich ist unvollkommen beim wenig entwickelten Menschen, gewaltig und vollkommen beim Eingeweihten. Wenn nun Christus im Johannes-Evangelium oftmals hindeutet darauf, daß er identisch sei mit dem «Ich-bin», wenn er sich bezeichnet als denjenigen, der da eins ist mit der tiefsten Wesenheit des Menschen in dem Satze «Ich und der Vater sind eins», wenn Sie das nehmen, so werden Sie es nun verstehen können von dieser Namengebung aus, weil er das Ewige in sich schließt, nicht weil er ein gewöhnlicher Mensch war und er mit diesem Ich den gewöhnlichen Menschen bezeichnete, sondern weil er etwas war, das über den gewöhnlichen Menschen hinausging, weil er Christus, das Alpha und Omega war. So sahen die, welche in jener Zeit lebten, in ihm ein göttliches Wesen, das den physischen Leib trug, ein Wesen, für das ebenso gleichgültig ist der physische Leib und ebenso wichtig das Geistige, wie für den physischen Menschen der physische Leib höchst bedeutsam und unwichtig das Geistige ist. Das Hervorstechende beim Menschen wurde sein Name, und wenn wir dieses noch weiter bedenken, dann verstehen wir noch etwas anderes — Sie werden von da den Weg finden in manches Mysterium der Bibel —, wir verstehen, was es zu bedeuten hat, als Moses dem Jehova gegenüberstand und Jehova ihn zum Gesandten für das Volk machen will und Moses erwiderte: Was soll ich ihnen sagen, wer mich gesandt hat? - Und wir hören die bedeutungsvollen Worte: Sage, der «Ich-bin» hat dich gesandt. — Auf welche Wesenheit deutet hier Jehova selbst hin? Auf das, was im wesentlichen im tiefsten Inneren jeder Menschenwesenheit liegt. Gelangen wir an das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, so sehen wir, daß das Ich ein Name ist,den wir uns selbst geben müssen.Das Göttliche muß selbst sprechen, das Göttliche, das an einem Punkte zu sprechen beginnt, das als kleiner, unbedeutender Keim im Menschen lebt und zu unendlicher Größe entwickelt werden kann. Das ist es, was gemeint ist, was dem Moses den Auftrag gab und sagte: Sage ihnen, «Der Ich-bin» hat dich gesandt. Das, was wie ein göttlicher Keim in jeder menschlichen Seele liegt, das, was im physischen, Äther- und Astralleib eingehüllt ist wie ein Punkt, zu dem wir «Ich-bin» sagen, das, was noch unbedeutend über sie emporwächst und was noch unbedeutend in uns emporlebt, werden wir nicht als das Geringe in unserer Wesenheit bezeichnen, sondern als das Wichtigste. Das Wesentliche ist es, das im Menschen lebt und das den Moses schicken will, indem es sagt: «Ich bin der Ich-bin.»