Die Mission der Geheimwissenschaft in unserer Zeit

GA 56/1907-10-10/p020 ·1907-10-10 · original (original)
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Wer hier den Einwand erhebt, es sei sündhaft, die Gegenstände der übersinnlichen Welt erforschen zu wollen, sie seien etwas, was nie aus der Menschennatur kommen könne, der Mensch müsse Vertrauen haben zu einer höheren Offenbarung und es sei vermessen, diese ergründen zu wollen -, dem kann entgegnet werden, daß es eine Sünde ist, dasjenige, was in der Welt im Keime vorhanden ist, brachliegen zu lassen. Denn die Keime hat der göttliche Weltengrund in die Welt gelegt, damit sie aufgehen, damit sie Blüten und Früchte tragen. Demjenigen, der die menschliche Erkenntniskraft beschränken will, indem er sagt, der Mensch solle sich nicht so vermessen, kann erwidert werden, daß es gerade eine Sünde wäre, die Erkenntniskraft veröden zu lassen. Nicht veröden lassen, sondern entwickeln sollen wir sie; dafür haben wir sie. Wer sich klarmachen kann, was es für eine Versündigung an der Menschennatur bedeutet, die Kräfte brachliegen zu lassen, sich abzusperren vor der übersinnlichen Welt, der wird diesen Einwand bald als ganz unmöglich aufgeben. So stellt sich die Geheimwissenschaft mit ihrer Gesinnung in die Strömungen der Zeit.

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Cite: GA 56/1907-10-10/p020 · edition original