Die Mission der Geheimwissenschaft in unserer Zeit
In unserer Zeit kann diese strenge Trennung zwischen Hellsehern und Eingeweihten gar nicht durchgeführt werden. Heute ist es notwendig, daß jedem, der einen bestimmten Grad der Einweihung erreicht hat, wenigstens auch die Möglichkeit gegeben wird, einen bestimmten Grad des Hellsehens zu erlangen. Der Grund dafür ist, daß in unserer Zeit das große restlose Vertrauen von Mensch zu Mensch nicht herzustellen ist. Heute will ein jeder selbst wissen und selbst sehen. Jener tiefe, hingebungsvolle Glaube, wie er früher von Mensch zu Mensch geherrscht hat, machte es möglich, daß es eine besondere Art von Hellsehern gab, von denen man vernahm, was sie in den höheren Welten wahrnahmen. Andere ordneten dann systematisch, was diese wahrgenommen hatten. Heute ist eine Art Harmonie in der Entwickelung der Fähigkeiten zum Eingeweihten und zum Hellseher geschaffen. Daher kann ein Drittes, das Adeptentum, heute sehr stark zurücktreten. Unsere Zeit ist dieser Adeptenschaft im höchsten Grade feindlich. Sie können sich ein Bild machen von dem Unterschied zwischen einem Adepten und einem Eingeweihten, wenn Sie sich folgendes vorstellen: Denken Sie sich eine Gegend, wo es Eisenbahnen gibt, und Sie haben diese gesehen. Ich frage nun, werden Sie, der Sie durch eigenes Schauen die positive Überzeugung bekommen haben, daß es so etwas gibt wie eine Eisenbahn, auch schon eine bauen können? Um sie bauen zu können, ist Übung und noch manches andere notwendig. Derjenige nun, der sich durch Übungen, von denen der Mensch heute kaum eine Vorstellung hat, nicht nur anschauende Kenntnisse in der geistigen Welt, sondern auch Übung erworben hat im Handhaben der geistigen Kräfte, die der äußeren sinnlichen Welt zugrunde liegen, der ist im Gegensatz zum Hellseher ein Adept. Dazu gehört eine viel längere Vorbereitung als selbst zum Hellseher. Außerdem ist unsere gegenwärtige Kulturentwickelung dem Unterricht in der Handhabung der geistigen Kräfte noch viel feindlicher als dem Bestreben, durch die Erkenntnis in die geistige Welt einzudringen.