Die Mission der Geheimwissenschaft in unserer Zeit
Menschen, die das sagen, ahnen nicht, daß sie selbst das größte Hindernis für die Lösung ihrer Herzensfrage sind. Sie ahnen nicht, daß durch das, was ihrem Geist gegeben werden soll, gerade ihre Seele das erhält, was sie verlangt. Sie ahnen nicht, daß wenn sie so reden, sie gerade das verwerfen, wessen ihre Seele bedarf. Es gibt nichts, was der Seele so sehr das Göttliche einträufelt, als die Erkenntnis der Weltenentwickelung. Wenn wir wissen, daß so, wie der Regenbogen in die sieben Farben des Regenbogenlichtes zerfällt, das Menschenwesen in sieben Glieder zerfällt, und uns nicht gegen diese Ideen verhärten, dann sind gerade diese Ideen das Lebensvolle für unsere Seele, um zu überwinden, was sich der Versenkung in das Geistige entgegenstellt. Einwände dieser Art begegnen Ihnen vor allem bei solchen Naturen, die es gerade so tief meinen, als der Wunsch, auf bequeme Weise die Vertiefung der Seele zu finden, es zuläßt, und die sich scheuen, in die wirkliche Tiefe der Seele einzudringen. Der Geheimforscher kann nicht die Empfindung aus der Seele der Menschen herausholen, sondern er muß die Menschen durch Erkenntnis in die geistige Welt hineinführen, muß ihnen zeigen, wie durch Erkenntnis die höchste Vertiefung zu erlangen ist, die man nur irgendwie anstreben kann. Eine Sehnsucht nach Befriedigung der Seele ist für den strebenden Menschen der größte Feind. Aber das ist es gerade, was viele von der Theosophie und von der Geistesforschung abhält: sie wollen nicht hinein in diese energische Geistesarbeit, die zu gleicher Zeit eine Labsal der Seele ist. Nichts gibt es, was die Seele in dieser Weise hinaufheben könnte zum Göttlichen, als die Erkenntnis, die selbsteigene Vertiefung in die geistige Welt.