{"corpus":"steiner","locus":"GA 56/1907-10-10/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun wird gegen das heute Gesagte vielleicht gerade von denen, die sich für sehr gescheit halten, viel eingewendet werden. Es wird vielleicht gesagt: Seht euch einmal eure Anhänger an! Das sind doch nicht Leute, die auf der Höhe der heutigen Wissenschaft stehen! Erst wenn ihr Leute haben werdet, die auf der Höhe der heutigen Wissenschaft stehen, werden wir an eine Zukunft, an eine Mission der Geheimwissenschaft glauben. — Wer so spricht, kennt nicht die geheimen und intimen Wege, welche der Geist der Menschheit geht. Wer fest auf dem Boden steht, den wir als den Boden der Geheimwissenschaft charakterisiert haben, wer sich bewußt ist, daß die Wahrheit in der Seele gefunden werden muß und daß die Zustimmung nichts ausmacht, der bekennt sich im weitesten Umfange zu einem Satz, den ein großer Wahrheitsfreund und Wahrheitsforscher ausgesprochen hat. Ein solcher Wahrheitsforscher war Leonardo da Vinci, der ein ebenso großer Forscher wie Maler und Künstler war, und der bekannt war mit den geheimnisvollen Strömen und Gesetzen, die die Welt durchfluten. Kein denkender Kopf wird glauben, daß in seinem Herzen nicht die wirkliche geheimwissenschaftliche Gesinnung gewaltet hat. An einer Stelle gibt er sein Bekenntnis zur einsam gefundenen Wahrheit, die ihre Mission gefunden hat in der Welt. Sie enthält das Bekenntnis: «Es ist von solcher Verächtlichkeit die Lüge, daß, wenn sie von Gott große Dinge sagte, sie seiner Göttlichkeit die Gnade raubte, und es ist von solcher Vortrefflichkeit die Wahrheit, daß, wenn sie ganz geringe Dinge lobte, dieselbigen edel werden.» — Machen wir uns einen solchen Grundsatz zum innersten Beweggrund unseres Seelenlebens, dann werden wir begreifen, wie der, welcher in der Geheimwissenschaft steht, über die Mission der Geheimwissenschaft unseres Zeitalters denkt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Mission der Geheimwissenschaft in unserer Zeit","site_heading":null,"date":"1907-10-10","location":null,"word_count":275,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-10-10/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-10-10/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/56/1907-10-10/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}