{"corpus":"steiner","locus":"GA 56/1907-11-28/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das Genauere wird in den folgenden Vorträgen zur Darstellung kommen. Wir brauchen heute nur auf den gewaltigen Unterschied hinzuweisen, der sich im Verlaufe weniger Jahrhunderte in der Menschheit vollzogen hat. Nur eines brauchen wir zu erwähnen, was tief eingegriffen hat in die menschliche Entwickelung: die Buchdruckerkunst. Denken Sie einmal, wie die Menschen in bezug auf ihre Seele, in bezug auf ihre geistige Bildung gelebt haben vor der Buchdruckerkunst, wie die Mitteilung war zwischen denjenigen, die etwas wußten, und denen, die etwas lernen wollten, bevor es Bücher gab, und wie heute die Mitteilungen der Wissenschaft und der Gelehrsamkeit durch tausend und aber tausend Hilfsmittel, durch populäre Schriften und Zeitungsartikel zu jeder Seele dringen. Und wenn Sie sich das weiter ausmalen, dann werden Sie sich ein Bild machen können, daß es in den Seelen heute anders ausschaut, und nicht meinen, daß das, was an Empfindungen, Gedanken und Impulsen in den Seelen lebt, keinen Einfluß auf das Leben im ganzen hätte. Derjenige, der glaubt, daß alles Offenbare ein Abdruck des Geistigen ist, wird sich sagen, daß die Menschen heute andere körperliche und soziale Bedürfnisse haben als in den verflossenen Zeiten. Früher war es möglich, daß einzelne Menschen über gewisse Ereignisse, über die Wahrheit und über Weisheit etwas gewußt haben. Heute aber muß dasjenige, was das Prinzip der Einweihung war, jedermann zugänglich gemacht werden. Aus einer Pflicht gegenüber der Menschheit wurde die strenge Geheimhaltung und Abgeschlossenheit früherer Zeiten durchbrochen, so daß heute nicht nur über dasjenige gesprochen wird, was vom Standpunkte der Geistesforschung über die höheren Welten zu sagen ist, sondern auch in einer gewissen Weise wenigstens in den Elementen gesprochen wird über die Art, wie der Mensch selbst in diese Welten hinaufkommen, wie er die ersten Stufen zur Einweihung absolvieren kann. Von vornherein muß aber darauf aufmerksam gemacht werden, daß niemand glauben soll, daß deshalb das Prinzip der Einweihung leicht und mit geringem Ernst zu nehmen sei, weil heute im Grunde genommen die ersten Stufen der Einweihung einem jeden zugänglich sind. Diese ersten Stufen sind, wie Sie hören werden, verhältnismäßig für jeden und in jeder Lebenslage zu absolvieren. Aber dann beginnen immer höhere Stufen bis hinauf zu dem, was man überhaupt erst, im wahren Sinne des Wortes, einen Eingeweihten nennt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Initiation oder Einweihung","site_heading":null,"date":"1907-11-28","location":null,"word_count":367,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-11-28/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-11-28/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/56/1907-11-28/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}