Initiation oder Einweihung
Man kann auch in höheren Gebieten dasselbe versuchen. Ein deutscher Philosoph hat es getan, nicht in ausreichender Weise, aber in prinzipieller und in ungeheuer tiefer Weise, die nicht verstanden worden ist. Wenn eine Anekdote, die erzählt wird, wahr wäre, sie würde diese Tatsache in ihrer Tiefe bezeugen! Der vielgeschmähte Hegel soll nämlich gesagt haben: «Nur einer hat mich verstanden, und auch der hat mich mißverstanden.» Hegel hat versucht, in sinnlichkeitsfreie Begriffe zu schaffen, was in des Menschen Umgebung und in der menschlichen Geschichte lebt. Jetzt ist in der Reclamschen Universalbibliothek Hegels «Philosophie der Geschichte» erschienen, worin er einen großen Überblick gibt über die ganze Weltgeschichte, Vieles darin ist nicht richtig, vieles ist leider so einseitig, wie eben nur Hegel einseitig sein konnte, so daß das Buch nur zur Anregung dienen kann. Es wird aber gut dazu dienen können, um das Prinzip zu finden. Hegel hat sich bemüht um sinnlichkeitsfreies Denken, so daß er im eigenen Geiste, der derselbe Geist ist wie der, welcher die Menschheit geleitet hat, alles auftreten läßt. Wer das tun will, der braucht eine intimere Kenntnis des Geistes des Menschen und der Völker, als sie Hegel besitzen konnte. Es erscheint daher alles abstrakt, grau, im schlechten Sinne logisch; aber die Dinge sind geistreich und anregend. Und da muß man sagen: Was da falsch ist, kann der Menschheit noch viel mehr nützen, als noch so viel Richtiges, das trivial ist.