{"corpus":"steiner","locus":"GA 56/1907-12-05/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was heißt es: Der Mensch ist in Entwickelung begriffen? -— Noch einmal muß auf die Wesenheit des Menschen hingewiesen werden. Der physische Leib ist nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Diesen hat er gemeinschaftlich mit der ganzen leblosen Natur. Aber er hat als zweites Glied den Äther- oder Lebensleib, den er gemeinsam hat mit allem, was lebt. Dieser ist ein fortwährender Kämpfer gegen alles, was den physischen Leib zerstören will. In dem Augenblicke, wo der Ätherleib den physischen Leib verlassen würde, wäre der physische Leib ein Leichnam. Das dritte Glied ist der astralische Leib, den er mit den Tieren gemeinschaftlich hat, der Träger von Lust und Leid, von jeder Empfindung und Vorstellung, von Freude und Schmerz, der sogenannte Bewußtseinsleib. Der vierte Teil ist sein Ich, der Mittelpunkt seines Wesens, der ihn zur Krone der Schöpfung macht. Das Ich verändert die drei Leiber durch Entwickelung aus dem Mittelpunkt heraus. Betrachten wir einen ungebildeten Wilden, einen Durchschnittsmenschen und einen hochgebildeten Idealisten. Der Wilde ist noch der Sklave seiner Leidenschaften. Der Durchschnittsmensch läutert seine Triebe. Er versagt sich, gewissen Trieben nachzugeben und setzt an ihre Stelle das Recht oder hohe religiöse Ideale. Das heißt, daß er vom Ich aus seinen astralischen Leib umarbeitet. Dadurch hat dieser jetzt zwei Glieder. Das eine hat noch die Gestalt, wie sie beim Wilden ist, der andere Teil aber ist umgestaltet zum Geistselbst oder Manas. Durch die Eindrücke der Kunst oder die großen Eindrücke der Religionsstifter arbeitet der Mensch an seinem Ätherleib und schafft Buddhi. Aber auch der physische Leib kann umgestaltet werden zu Atma, wenn der Mensch sich gewissen geisteswissenschaftlichen Übungen hingibt. So arbeitet der Mensch in unbewußter oder bewußter Art an seinen drei Leibern. Wenn wir weit, weit zurückblicken könnten in der Entwickelung der Menschheit, so würden wir überall primitive Kulturzustände, einfache Arten der Lebensweise finden. Alles, was da die Menschen an Gerätschaften haben, um ihre geistigen und körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen, ihre ganze Lebensweise, ist einfach. Alles entwickelt sich und damit entwickelt sich der Mensch selber. Das ist das Wichtigste.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Gesundheitsfieber im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1907-12-05","location":null,"word_count":335,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-12-05/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/56/1907-12-05/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/56/1907-12-05/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}