Die Sogenannten Gefahren der Einweihung

GA 56/1907-12-12/p014 ·1907-12-12 · original (original)
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Nun tritt ihnen die Theosophie und die Geheimwissenschaft entgegen mit ihrem strengen, in sich logischen Denken, das den Quell der Gewißheit, wie die Mathematik, in sich selber hat, und eine ungeheure Disharmonie zwischen dem, was sie bisher von der Außenwelt gewohnt waren, und den Anforderungen, die plötzlich an sie gestellt werden, tritt ihnen entgegen. An der Oberfläche der Dinge hafteten sie bisher; in Abgründe sehen sie jetzt hinein. Ein halbes Leben und mehr haben sie oftmals verloren. Besorgt sind sie, ob der Rest des Lebens noch ausreichen möchte, um alles, was ihnen entgegentritt, in die Löcher ihrer Seele, die ihnen die Welt geschlagen hat, hineinzugießen. Oder aber sie kommen aus diesen oder jenen Gesellschaftskreisen her und können sich dem nicht entreißen; dann entstehen ihnen daraus die furchtbarsten Hindernisse. Der praktischste und auf Sicherheit gebaute Weg, der ihnen werden kann, wäre, wenn sie sich einließen auf die geheimwissenschaftliche Forschung; aber tausend Fäden ziehen sie zurück. Da treten ihnen die Disharmonien entgegen, die erscheinen müssen, wenn ihnen das Tiefe, dasjenige, wonach die Seele sich sehnt, entgegentritt gegenüber dem Oberflächlichen, dem Äußerlichen. Da tritt eine eigentümliche Erscheinung bei manchen Menschen hervor, die wir uns am besten durch einen Vergleich klarmachen. Denken Sie sich, in irgendeiner Ecke eines Zimmers wäre wochenlang nicht gereinigt worden, viel Schmutz sei da - verzeihen Sie das Gleichnis. Wenn nun in diesem Zimmer keine ordentliche Beleuchtung ist, so können die, die hineinsehen, glauben, daß alles reinlich sei. Wird aber einmal ordentlich hineingeleuchtet, so fällt die Unordnung auf. Es hängt nur davon ab, daß man ordentlich hineinleuchtet.

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Cite: GA 56/1907-12-12/p014 · edition original