Die Sogenannten Gefahren der Einweihung
Aber auch manches andere bringen die unreifen Menschen unreif an die theosophische Bewegung heran, indem sie gewisse Begriffe, die in der Theosophie gegeben werden, und die aus der Geheimwissenschaft stammen, einfach übersetzen in die gewöhnliche heutige Trivialsprache. So sonderbar es klingt, hier liegt manchmal eine große Gefahr in den Beziehungen zwischen der Theosophie und unserer heutigen Zeitgenossenschaft. So wird von unreifen Theosophen und von solchen, die äußerlich an die Theosophie herankommen, immer wieder gesagt, die erste Anforderung sei, selbstlos zu werden, allen Egoismus zu überwinden. Manche Leute glauben, daß, wenn sie einem etwas recht Theosophisches sagen wollen, sie niemals genug versichern können: Alles was ich tue, will und möchte, das ist ganz selbstlos gemeint. Ich will nur für die anderen Menschen wirken. — Sie ahnen meist nicht, wie egoistisch dieser Glaube ist. Wahr ist es, daß durch die Bekanntschaft mit den Wahrheiten der Geheimwissenschaft der Mensch allmählich wirklich zu dem kommt, was so schön angedeutet ist in dem Goethe-Wort: «Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.» Wahr ist es, aber es gehört fast alles, was die Geheimwissenschaft bieten kann, ihr Höchstes und ihr Tiefstes, dazu, um dieses Ideal zu erreichen. Es wird am besten dann erreicht, wenn man möglichst wenig davon spricht und es möglichst direkt erstrebt.