Die Sogenannten Gefahren der Einweihung
Das ist das Eigentümliche bei den höchsten Dingen, daß, sollen sie gründlich bearbeitet werden, Reife dazu gehört. Sie können aber, weil sie auch als Phrase leicht sich einleben, weil viele gar nicht in der Lage sind, die Tiefe einzusehen, sondern bei der Phrase bleiben, auch als Phrase betrieben werden. Alles, was in der Theosophie verbreitet werden kann, kann ernst und tief im höchsten Maße sein, kann eine Kraft des Lebens sein. Wird sie aber zum Gegenteil verkehrt, so kann es die wüsteste Phrase sein. Deshalb erleben wir es gerade auf diesem Felde so sehr, daß Phrase über Phrase blüht, und daß gerade das Unreife, das Unreifste fort und fort wirkt. Dabei schadet der, welcher das Unreife vertritt, mehr noch sich selbst als der Welt. Die Welt wird wiederum auswerfen, was von dieser Seite kommt. Engagieren Sie sich in dieser Richtung, dann setzen Sie sich selbst vor Ihre weitere Entwickelung. Sie kommen nicht vorwärts. Es ist eben so, daß der, welcher auf geisteswissenschaftlichem Gebiete nach außen wirkt, ein Opfer bringt. Etwas anderes ist es, wenn die Geisteswissenschaft wie ein Geheimnis in der jungfräulichen Seele gehütet wird, als wenn sie hinausgeworfen wird in die Welt. Es gilt da, was von dem Schatzgräber gesagt wird: Er muß schweigsam sein. Wird ein Wort gesprochen, dann ist der Schatz nicht zu erreichen. So werden auch die Tiefen der höheren Welt um so besser erreicht, je mehr man schweigen kann. Für den, der diese Dinge begriffen hat, gibt es überhaupt kein Reden, wenn er nicht dazu gezwungen wird, wenn die Welt es ihm nicht abfordert. Unaufgefordert soll niemand reden. Es braucht die Forderung nicht von da oder dorther zu kommen, es kann diese Forderung von unsichtbaren, von übersinnlichen Mächten kommen.