Die Sogenannten Gefahren der Einweihung
So kann man sagen: Weil unsere Zeit so wenig geeignet ist, über das Reife und Unreife richtig zu denken, bildet sich so etwas wie Theosophie. Sie kann das Höchste sein; in ihrer Verkehrung aber ist sie ein Zerrbild und eine Ge fahr. Das ist nicht ihre Schuld. Sie wird nach und nach das richtige Urteil an die Stelle des grotesk-falschen Urteils setzen in bezug auf die Reife und Unreife. Niemand darf sich wundern, daß dies so ist. Sollte er sich wundern, dann sollte er sich auch wundern darüber, daß da, wo großes starkes Licht ist, auch starke schwarze Schatten sind. Wo minder starkes Licht ist, sind auch nur geringe Schatten. Die Theosophie wirft unter Umständen schwarze Schatten; das ist nur ein Beweis dafür, daß sie ein starkes Licht sein soll. Überall, wo man von den sogenannten Gefahren spricht, muß man sich darüber klar sein, daß gegen die große Gefahr einfach dadurch ein Schutzwall da ist, daß kein wirklicher Lehrer auf diesem Gebiete die Menschen dieser ernsten, großen Gefahr aussetzen wird, und daß alles dasjenige, was aussieht wie eine Gefahr, nicht aus der Theosophie und der Geheimwissenschaft, sondern aus dem kommt, was ihr entgegentritt. Wenn man das weiß, wird man ruhig sein, auch wenn scheinbar schlechte und schlimme Wirkungen auftreten. Auch diese können kommen. Man kann es erleben, daß Menschen, solange sie der Theosophie fernstehen, leidlich anständige Menschen sind. Wenn sie zur Theosophie kommen, werden sie eitel, ehrgeizig, hochmütig. Warum? Aus einem sehr einfachen Grunde. Solange ein Mensch nur wenig über das, was seine Umgebung urteilt, hinausragt, kann er nicht sonderlich gut, aber auch nicht sonderlich böse sein. Wenn er aber an Ursprüngliches kommt, dann steigt die Möglichkeit des Gutseins; aber auch die Möglichkeit des Böseseins schlägt auf der anderen Seite ein.